Die gravierendste Fehleinschätzung im Vorwege des Jahres 2019 betraf zweifellos die Europäische Zentralbank EZB und die US-Notenbank Fed. Noch im 4. Quartal des letzten Jahres wurde allgemein mit Leitzinsanhebungen in den USA gerechnet. Gut 6 Monate später liegt die Markterwartung bei mindestens drei Leitzinssenkungen für das zweite Halbjahr.

Anfang April gab es zunächst einige Entspannungssignale. Vor allem in China wurde die schon länger erkennbare wirtschaftliche Belebung durch die Veröffentlichung des mit 6,4% stärker als erwartet ausgefallenen Wachstums des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für das erste Quartal bestätigt. Auch der überraschend deutliche Anstieg der Industrieproduktion im März (+8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) belegte, dass ein abruptes Abbrechen der chinesischen Wirtschaftsdynamik (hard landing) vorerst vermieden werden konnte.

Eine außergewöhnliche Fülle an negativen Faktoren belastet die konjunkturellen Perspektiven.

Bisher handelt es sich lediglich um eine Wachstumsdelle …

An verschiedene Störfeuer hatten sich Anleger in den letzten Jahren schon gewöhnt…

„Es ist furchtbar, was sie uns antun“, so US-Präsident Donald Trump vor kurzem. Gemeint ist die EU mit den aus seiner Sicht unfairen Handelspraktiken gegenüber den USA. Zwei Beispiele führt Trump als Beleg an: Autos und Agrarprodukte. Die Drohung der Erhebung von Zöllen auf Auto-Importe steht nach wie vor im Raum und könnte angesichts der Erfahrungen der letzten Monate tatsächlich noch Wahrheit werden. Alles scheint möglich…

Die jüngsten Daten zur Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland und den USA untermauern den Trend der letzten Wochen: die Teuerungsraten dies – und jenseits des Atlantiks laufen auseinander.

Das bekannteste deutsche Aktienbarometer, der Standardwerteindex DAX beendete das Jahr 2017 mit einer Enttäuschung. So lag der Schlusskurs mit 12.918 Indexpunkten doch noch unter der viel beachteten Marke von 13.000 Punkten. Auf Jahressicht ist dies angesichts einer überraschend positiven Wertentwicklung von knapp 13 Prozent aber nur ein kleiner Wermutstropfen.