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FINANZMARKT-COCKTAIL IN HAMBURG

ERKENNEN SIE QUALITÄTSUNTERNEHMEN AM AKTIENMARKT?

Unternehmensbewertungen und Investments

Carsten Mumm, Kapitalmarktanalyse

Wie ist die aktuelle Situation an den Kapitalmärkten? „Positiv“ bewertet Carsten Mumm, Leiter Kapitalmarktanalyse, die Märkte und startete mit seiner Einschätzung in den Abend. Eine Ursache gibt es für die positive Entwicklung auch: Laut dem US-Präsidenten Donald Trump liegt es an ihm selbst, schließlich sind die Börsen seit seiner Wahl gestiegen. Mumm sieht das anders. „Das Wirtschafts­wachstum ist positiv, auch Länder wie Brasilien und Russland kommen aus der Rezession.“ Ob Trump diese Aussage wohl teilt?

Der Wermutstropfen: Die Inflation steigt in der Zwischenzeit deutlich, was gerade in der Nullzinszone Deutschland eine Katastrophe für die Sparer ist. Der reale Kapitalverlustnimmt zu. Es führt kaum ein Weg an Aktien vorbei, doch dieser will wohlüberlegt sein. „Eine breite Streuung, ein dynamisches Management und eine stringente Risikoreduzierung sind die Herausforderungen, die man beachten muss“, so Mumm. Diese Faktoren setzt das Bankhaus in verschiedenen Fonds um, die insbesondere für risikoaverse Anleger eine Alternative in der Geldanlage bieten.

Prof. Peter-Noel Schömig

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es um die Frage, wie man ein unterbewertetes Qualitätsunternehmen am Aktienmarkt erkennt. „Gewinne sagen nichts aus!“ So provokant startet Professor Schömig seinen Vortrag vor den rund 35 geladenen Gästen. In den folgenden 30 Minuten belegt er, warum Gewinne allein nicht aus­sage­kräftig sind. Und auch, dass andere Kennzahlen in der Bilanz eines Unternehmens allein oft einen falschen Eindruck vermitteln. Als Unternehmensanalyst lese er viele Geschäfts­berichte: „Manchmal weine ich, manchmal lache ich.“ Wichtig sei es, den gesamten Geschäftsbericht zu lesen und kritisch die einzelnen Posten zu hinterfragen. Viele deutsche Unternehmen erstellen heute ihre Jahresabschlüsse nach den IFRS (International Financial Reporting Standards, internationale Rechnungs­legungs­vorschriften für die Jahresabschlüsse von Unternehmen) und weisen so einen um rund 30 Prozent höheren Gewinn im Vergleich zu einem nach HGB erstellten Jahresabschluss aus.

Ziel seines Ansatzes ist es, Unternehmen herauszufiltern, deren Aktien „unterschätzt“ sind und somit langfristigen Erfolg versprechen. Es gilt, den Punkt zu finden, an dem es „Pudding regnet“ und dann zuzugreifen. Unternehmen also, die eine starke Bilanz aufweisen, wert­schöpfend arbeiten sowie stabile Cash Flows generieren und eher aus emotionalen als aus fundamentalen Gründen unter ihrem fairen Wert gehandelt werden. Schömig weiß, wovon er spricht, das beweisen seine zahlreiche Auszeichnungen, u.a. im Rahmen der renommierten Thomson Extel Survey, bei der er zwei Jahre in Folge einen Platz in der Liste der »Top Ten Pan-European Fund Management Individuals« erreichte. Zudem wurde er viermal in Folge vom Institutional Investor Magazin als einer der besten Buy-Side-Analysten Europas ausgezeichnet.

So sperrig das Thema auf den ersten Blick wirkt, so locker brachte Schömig seinen Ansatz den Gästen näher und so mancher bekam einen neuen Blick auf die Unternehmen, die er in seinem Depot hat. Aber etwas wurde auch klar: Diese Art der Unternehmensanalyse überlässt man doch gern den Profis.