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FRAUEN IM TALK

DER FOOTPRINT BEWEGTER FRAUEN

Prof. Dr. Marion Kiechle

Der Footprint von Frauen in der Welt ist bedeutend – sei es durch ihren Beruf, durch die Verwaltung ihres Vermögens oder durch ihr gesellschaftliches Engagement. Im Rahmen der Globalance-Reihe „Footprint bewegter Frauen“ teilen spannende Frauen, die mit ihrem Engagement einen Footprint hinterlassen, ihre Ansichten und Erfahrungen und laden zur Diskussion ein.

Prof. Dr. Marion Kiechle ist Direktorin der Frauenklinik am Klinikum rechts der Isar in München. Sie zählt zu Deutschlands führenden Onkologinnen und beschäftigt sich mit erblichen Krebserkrankungen der Frau. Sie ist Deutschlands erste Ordinaria für Frauenheilkunde.

Vorstandssprecher Marcus Vitt begrüßte die Gäste und erinnerte daran, dass DONNER & REUSCHEL schon seit 2005 zu Frauen-Veranstaltungen einlädt. So viel Netzwerken ganz ohne Facebook! Er würdigte starke Frauen, die sich als Pionierinnen gegen Widerstände durchzusetzen. Frauen sprächen eher schwierige Themen an, Männer trauten sich das nicht, so Vitt. Frauen werfen einen kleinen Stein ins Wasser, der Impuls breitet sich in konzentrischen Kreisen aus.

Natalie Schmid, Schirmherrin der Veranstaltungsreihe Frauen im Talk, wies darauf hin, dass Prof. Kiechle bereits ihren Fußabdruck als Pionierin hinterlassen hat und verdientermaßen zu den bedeutendsten Wissenschaftlerinnen Deutschlands gehört.

Prof. Kiechles Tätigkeitsschwerpunkt ist die Tumorforschung und die Umsetzung der Forschungsergebnisse zum Nutzen der Patienten. Ihre Zielsetzung ist es, Frauen vor Krebs zu bewahren und die Heilungschancen erkrankter Frauen zu verbessern.

Ihre Arbeit ist nicht immer einfach:  „Die permanente Konfrontation mit dem Tod macht sehr dankbar und demütig. Doch zur Professionalisierung eines Arztes gehört es, sich nicht mit den Patientenschicksalen zu identifizieren, sie nicht mit nach Hause zu nehmen.“

Ein Footprint ihrer Tumorforschung ist die App „Die Busenfreundin“. Diese unterstützt Brustkrebspatientinnen, indem sie alle nötigen Informationen bereitstellt, die im Moment des Diagnoseschocks noch nicht verarbeitet werden können. Außerdem unterstützt die App bei der Planung der Behandlungstermine und erinnert an diese.

Ein anderes Projekt, für das sich die Medizinerin engagiert, ist die Stammzellenforschung, insbesondere der Rolle von Stammzellen bei Alterungsprozessen: Was lässt sich tun, damit die Zellen länger jung bleiben?  

Prof. Kiechle hat sogar schon Angela Merkel beim Thema Frauenquote beraten, denn sie ist der Ansicht, dass eine Gleichstellung ohne Quote zu viel Zeit benötigt. Gemischte Teams sind ihrer Ansicht nach einfach besser, der weibliche Blick ist eine sinnvolle Ergänzung: So wurde der Bosch Akkuschrauber - ein Bestseller - von Frauen überarbeitet und noch verbessert.  

Prof. Kiechle schätzt es sehr, als Frau unabhängig zu sein: „Meine Mutter war immer darauf bedacht, dass ich auch eigenes Geld verdiene.“ Ihre Empfehlungen für Frauen, die Führungspositionen anstreben:

  • Nur eine gute Bewerbung reicht nicht, die Karriereplanung muss überzeugend vorgetragen werden.
  • Frauen müssen sagen, was sie wollen. Gradlinigkeit und Zielstrebigkeit sind wichtig.
  • Man darf sich nicht wegdrücken lassen.

v.l.n.r.: Julian Rautenberg (Globalance Invest), Prof. Dr. Marion Kiechle, Natalie Schmid, Marcus Vitt