INNOVATIVE INVESTMENTS

AUF DIE MISCHUNG KOMMT ES AN: GULF COOPERATION COUNCIL – GCC

Bei der Kapitalanlage mit Aktien empfiehlt sich die Verteilung des anzulegenden Kapitals auf verschiedene Unternehmen, Branchen und Regionen. Durch diese Risikostreuung (Diversifikation) können die Schwankungen des Portfolios deutlich gesenkt werden, denn eine negative oder schlechter als erwartete Entwicklung einiger Aktien kann durch eine bessere Performance anderer Aktien kompensiert werden. Der risikosenkende Effekt entsteht besonders bei der Kombination von Wertpapieren, die einen möglichst geringen Gleichlauf aufweisen. Auch unter diesem Gesichtspunkt lohnt sich ein Blick auf die Aktienmärkte des Gulf Cooperation Council (Golf-Kooperationsrats). Dabei handelt es sich um den Zusammenschluss von Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Oman, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu einem Staatenbund.

Der Reichtum an fossilen Energieträgern hat bis 2014 zu deutlichen Haushaltsüberschüssen geführt, die u. a. in Bildung, Infrastruktur und soziale Leistungen investiert wurden. Zudem verfügen alle GCC-Staaten über Staatsfonds, die mit der Verwaltung des angesammelten Kapitals beauftragt sind.

Sowohl Staatsausgaben als auch Unternehmensgewinne in der Region werden heute durch Ölpreisschwankungen erheblich beeinflusst. Aus diesem Grund schränken die GCC-Staaten seit Kurzem staatliche Ausgaben für Investitionen und Subventionen ein und bereiten die Einführung von Steuern vor. Einige Staatsfonds haben zudem Teile ihrer Investments liquidiert, um die Haushalte zu stützen. Staatseigene Unternehmen werden privatisiert und Staatsanleihen zur Finanzierung der Ausgaben emittiert. Zudem werden Wirtschaftszweige außerhalb außerhalb des Energiesektors verstärkt gefördert (z. B. Tourismus, Banken, Immobilien, Chemie).

Daher bietet der GCC-Staatenbund zunehmend interessante Investitionschancen. Auch die Öffnung des regional bedeutendsten Aktienmarktes in Saudi-Arabien für ausländische Investoren sowie die gesunde demografische Entwicklung (Durchschnittsalter unter 30 Jahre) und die immer noch vergleichsweise geringe Staatsverschuldung bei gleichzeitig hohen Währungsreserven sprechen für die Region. Da sich die Ökonomien bzgl. ihrer Wertschöpfungsschwerpunkte deutlich von anderen Regionen unterscheiden, tragen GCC-Aktien zur Diversifikation eines international aufgestellten Portfolios bei.

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt jedoch auch die spezifischen Risiken der GCC-Aktienmärkte. So hat beispielsweise der saudische Aktienmarkt „Tadawul“ bis Januar 2016 im Zuge der fallenden Ölpreise etwa 50 Pozent an Wert verloren, der seitdem nur teilweise wieder aufgeholt werden konnte.

Eine interessante Chance ergibt sich durch die Aufnahme Saudi-Arabiens in den globalen
Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets, die voraussichtlich in 2017 oder 2018 erfolgt.