Standpunkte: Deutschland nach der Wahl

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DONNER & REUSCHEL Standpunkte: Deutschland nach der Wahl

Gerechte Verteilung als Bedingung für eine erfolgreiche Transformation

Der vorletzte Teil der „DONNER & REUSCHEL Standpunkte: Deutschland nach der Wahl“ beschäftigt sich mit der Bedeutung einer gerechten Verteilung von Lasten im Hinblick auf einen nachhaltigen Wandel in Deutschland.
Da der gesellschaftliche Zusammenhalt eine wichtige Stabilitätsbedingung für die wirtschaftlichen Transformationsprozesse darstellt, ist mit der Gerechtigkeitsfrage auch die Sozial- und Bildungspolitik verbunden. Die Sozialpolitik darf nicht länger reaktiv sein und „reparieren“, sondern muss vielmehr proaktiv und befähigend agieren. Doch wie erreichen wir eine ausreichende Akzeptanz der politischen Maßnahmen angesichts der zum Teil notwendigen Einschnitte? „Gerechtigkeit schließt den Ausgleich von Lasten ein, bedeutet aber vor allem auch Chancengleichheit und Durchlässigkeit. Die Corona-Pandemie hat soeben erst gezeigt, wie wichtig eine faire Lastenverteilung und der gleichzeitige Zugang zu Ressourcen und Infrastruktur sind“, so Carsten Mumm, Autor der DONNER & REUSCHEL Standpunkte.

Konkret steht die nächste Bundesregierung vor diesen Aufgaben:
• Bildung und insbesondere frühkindliche Bildung zu einem Schwerpunkt der nächsten Legislaturperiode zu machen, da die höchsten (individuellen und volkswirtschaftlichen) „Lebensrenditen“1 im frühkindlichen Alter erzielt werden.
• Die Schule auf die künftigen Anforderungen einzustellen, bspw. über die Einführung eines Unterrichtsfaches Wirtschaft und die Vermittlung von Digital-Knowhow sowie künftig notwendiger soft skills und vor allem der Fähigkeit dauerhaft dazuzulernen, selbständig zu denken und offen zu debattieren.
• Lebenslanges Lernen zu ermöglichen und eine entsprechende Öffnung des Bildungssektors für neue öffentliche und private Angebote zu fördern.
• Den Übergang in die digitale Wirtschaft aktiv zu managen, zu begleiten und soziale Härten abzufedern.
• Die breite Beteiligung am Produktivvermögen zu fördern, z.B. durch Aktiensparen oder auch durch einen staatlichen Fonds wie in Norwegen. Eigentum und Vermögensbildung lassen sich auch über konkrete Anreize, bspw. ein Willkommensgeschenk in Form von Aktien-ETFs für Neugeborene, weiter befördern. Neben der Verbesserung der Altersvorsorge entsteht dadurch zusätzlich eine höhere emotionale Bindung, ein besseres Verständnis und dadurch eine tiefere Verwurzelung unternehmerischen Agierens in der Gesellschaft.
• Wohnungsbau in Städten zu fördern, da die hohen Mieten mittlerweile Familien und mittlere Einkommen stark belasten und auf die reine Deckelung von Mieten zu verzichten.
Die DONNER & REUSCHEL Standpunkte „Deutschland nach der Wahl“ bilden den vierten Teil der Studienreihe „Mensch, Gesellschaft, Ökonomie – gemeinsam für eine bessere Zukunft“, und leiten aus einem Zukunftsbild Deutschlands und Europas im Jahr 2030 die wichtigsten Fragen der Zukunft sowie konkrete Handlungsrichtungen für die Politik ab.
Die ausführlichen Ergebnisse der Studienreihe finden Sie hier