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Kapitalmarktanalyse

Monatsrückblick März

März 2025 / Carsten Mumm, Chefvolkswirt

Das Kapitalmarktumfeld im März: schwächere US-Konjunktur

Im März wurde das von Union und SPD lancierte Investitionspaket noch im bisherigen Bundestag und im Bundesrat beschlossen. Neben der Lockerung der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben ist ein Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaschutz vorgesehen. Die Wachstumsprognose für das Jahr 2026 des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) für Deutschland wurde in der Folge deutlich auf 1,5 Prozent angehoben, während im laufenden Jahr weiterhin nur ein Nullwachstum erwartet wird. Die Koalitionsverhandlungen laufen indes fort. Trotz künftiger Mehrausgaben sind Maßnahmen zur Ertüchtigung des Standortes notwendig, denn gemäß Umfrage der Industrie- und Handelskammer hat Deutschland aufgrund von hohen Energie- und Arbeitskosten sowie unvorteilhaften wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen an Attraktivität verloren. Ein leicht verbesserter ifo-Geschäftsklimaindex signalisiert zwar abnehmenden Pessimismus im Hinblick auf künftige Geschäftserwartungen, befindet sich aber insgesamt weiterhin auf niedrigem Niveau. Insbesondere die Auftragslage ist bei vielen Unternehmen weiterhin schwach. Ein ähnliches Bild zeichnen die HCOB-Einkaufsmanagerindizes. Während die Dienstleistungen sich auf einem vier-Monatstief befinden, scheint sich die Industrie langsam zu stabilisieren. Diese weist das stärkste Produktionswachstum seit drei Jahren auf, allerdings möglicherweise resultierend aus Vorzieheffekten angesichts drohender Zollanhebungen.

Weltweit bleibt das Niveau der Handelshemmnisse weiterhin hoch. Vor allem die US-Regierung mit Donald Trump verunsichern die US- und die Weltwirtschaft zunehmend. Diese Spannungen verstärkten sich durch die Zollankündigungen seitens der USA – mittlerweile auch gegen die EU – und entsprechende Gegenzölle. Der Erwartungsindex des CB-Verbrauchervertrauens fiel auf den niedrigsten Wert seit zwölf Jahren und deutet damit auf eine bevorstehende Rezession hin. Das IfW senkte die Wachstumserwartung für die US-Volkswirtschaft im laufenden Jahr auf 2,0 Prozent.

Sowohl in Deutschland als auch in der Eurozone fiel die Inflation im März marginal auf jeweils 2,2 Prozent. In den USA nahm der Anstieg des Verbraucherpreisindex ebenfalls ab, lag im März aber mit 2,8 Prozent weiter auf erhöhtem Niveau. Erwartungsgemäß senkte die EZB die Zinsen um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent p.a., während die US-Notenbank Fed von einer Zinssenkung absah.

Zinsen: höher

Die Rendite zehnjährigen Bundesanleihen stieg im Zuge der Erwartung steigender Staatsschulden im März deutlich auf 2,73 Prozent p.a., wohingegen die Rendite zweijähriger Staatsanleihen nur leicht auf 2,03 Prozent p.a. anzog. Die Verzinsung von US-Staatsanleihen wies mit 4,21 Prozent p.a. Ende März eine Seitwärtsbewegung vor.

Aktien: negative Entwicklungen

Die im bisherigen Jahresverlauf positive Entwicklung europäischer Aktienindizes hielt im März nicht an, wobei der DAX mit 1,7 Prozent moderat auf 22.163 Punkte nachgab. Deutlich stärker korrigierten die größten europäischen Aktien des EURO STOXX 50 mit knapp 4 Prozent und der US-amerikanische S&P 500 mit 5,8 Prozent. Im Kontrast dazu notierten die Schwellenländeraktien des MSCI Emerging Markets leicht im Plus.

Währungen: Euro wertet auf

Der Euro stieg im Vergleich zum US-Dollar, dem Schweizer Franken und dem britischen Pfund und lag Ende März bei 1,08 EUR/USD. Lediglich gegenüber dem japanischen Yen wertete der Euro weiter ab.

Rohstoffe: Gold, Silber und Rohöl steigend

Die Gold- und Silberpreise verzeichneten einen Anstieg von über zehn Prozent auf 3.122 bzw. 34,07 US-Dollar. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent stieg um etwa zwei Prozent auf 74,41 US-Dollar.

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