Das Kapitalmarktumfeld im Oktober: Positive Konjunktursignale und nachlassender Preisdruck
Während die Kampfhandlungen im Nahen Osten im Monatsverlauf wieder zunahmen, blieb der offizielle Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weiterhin stark eingeschränkt. Gemäß einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) befinden sich die Rohöllieferungen aus dem Nahen Osten nahezu auf Vorkrisenniveau, wenngleich die Transportkosten höher ausfallen. Andere Rohstoffe wie Diesel oder LNG wurden weiterhin nur stark eingeschränkt exportiert. US-Präsident Donald Trump schloss unterdessen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin einen Deal zu einer Diesellieferung, trotz der gegen Russland geltenden Sanktionen. Die tatsächliche Auswirkung des zusätzlichen Angebots auf den Preis dürfte eher gering ausfallen.
In Berlin fand der „Invest in Germany Summit“ statt, dem neben deutschen Politikern rund 200 internationale und nationale Führungskräfte und Investoren beiwohnten. Die Veranstaltung war weniger inhaltlicher, denn symbolischer Natur, um die Vorteile des Standorts Deutschlands global zu präsentieren. Es zeigte sich, dass internationale Investoren in Deutschland trotz seiner strukturellen Schwächen erhebliches Potenzial sehen. Entscheidend ist nun, ob aus den Ankündigungen tatsächlich Investitionen werden.
Das ifo-Geschäftsklima verbesserte sich im Oktober den sechsten Monat in Folge. Optimistischere Erwartungen traten einer leicht verschlechterten Lageeinschätzung gegenüber. Während die Stimmung im Dienstleistungssektor leicht nachgab, zeigte sich das Verarbeitende Gewerbe positiver. Der IWF hob die Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft und für Deutschland an. Nach 1,3 Prozent im laufenden Jahr werden rund 1,1 Prozent Wachstum in 2027 erwartet.
Die Inflation fiel in Deutschland im Oktober mit 2,8 Prozent geringer aus. Neben der Entlastung durch den erneuten Tankrabatt ließ auch der allgemeine Preisdruck nach und die Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) stieg mit 2,1 ebenfalls schwächer. In den USA hingegen legte die Inflation erneut zu, die PCE-Preise (Personal Consumption Expenditures) stiegen um 3,6 Prozent. Erwartungsgemäß sahen sowohl die Europäische Zentralbank (EZB), als auch die US-Notenbank Fed von einer Leitzinsanpassung ab, wobei die Ankündigung des Rücktritts von EZB-Präsidentin Christine Lagarde den Zinsentscheid im Euroraum überlagerte.
Zinsen: Global anhaltend hohes Niveau nach leichtem Rückgang
Die Renditen von Bundesanleihen mit längeren Laufzeiten gaben um rund 25 Basispunkte nach, während der Rückgang bei 2-Jährigen etwas geringer ausfiel. In den USA sanken die Renditen um rund 30 Basispunkte, sodass 10-Jährige wieder bei unter 5 Prozent p.a. rentierten. Während andere europäische Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren ebenfalls einer rückläufigen Entwicklung folgten, legten französische erneut um rund 15 Basispunkte zu. Im Segment der Unternehmensanleihen sanken die Risikoprämien.
Aktien: Europäische und amerikanische sinkend
Der deutsche Leitindex DAX konnte im Oktober um knapp 2,5 Prozent zulegen und überschritt zum Monatsende kurzzeitig die 26.000 Punkte. Europäische Titel konnten diesen Trend nicht abbilden, der EURO STOXX 50 gab um rund 2 Prozent nach. Amerikanische Indizes gaben ebenfalls nach. Während der US-Leitindex S&P 500 zum Monatsende nur leicht tiefer notierte, gab der technologielastige NASDAQ 100 um über 5 Prozent nach. Ein ähnliches Bild zeigte der japanische NIKKEI 225.
Währungen: Schwächerer Euro, festerer Dollar
Der US-Dollar konnte im Monatsverlauf etwas zulegen und notierte im Vergleich zum Euro zuletzt bei 1,12 EUR/USD. Gegenüber dem Schweizer Franken gab die Gemeinschaftswährung leicht auf 0,92 EUR/CHF nach. Der japanische Yen legte im Vergleich zum US-Dollar temporär etwas zu, bewegte sich jedoch insgesamt seitwärts bei 157 USD/JPY.
Rohstoffe: Steigende Öl- und sinkende Edelmetallpreise
Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent stieg im Monatsverlauf auf temporär 115 US-Dollar an und bewegte sich insgesamt bei rund 110 US-Dollar. Gold verzeichnete über 6 Prozent Kursverlust und notierte zuletzt wieder bei unter 4.000 US-Dollar. Der Silberpreis verzeichnete einen stärkeren Rückgang von über 18 Prozent auf nur mehr knapp 50 US-Dollar.