BEITRAGS ARCHIV

BÖRSEN-MONAT

Aus konjunktureller Sicht haben sich die kurzfristigen Perspektiven für Deutschland und viele europäische Staaten auf niedrigen Niveaus leicht verbessert.

Die globalen wirtschaftlichen Perspektiven bleiben für das Winterhalbjahr schwach. Etwa ein Drittel der Weltwirtschaft wird demnach in eine Rezession abrutschen. Allerdings gibt es auch erste zaghafte Anzeichen für eine Ende des Tiefs…

Der September stand im Zeichen überwiegend schwächerer Konjunkturdaten, entscheidender Notenbanksitzungen und wichtiger politischer Weichenstellungen in Europa. Trotz deutlich nachgebender Gas- und Strompreise an den europäischen Börsen bzw. im Großhandel trübten sich die wirtschaftlichen Perspektiven weiter ein.

Auch im August trübten sich die globalen konjunkturellen Perspektiven überwiegend weiter ein. In China unterstützt zwar die Regierung über geld- und fiskalpolitische Maßnahmen die Wirtschaft, allerdings stiegen die Corona-Neufallzahlen im Laufe des Monats erneut an, woraufhin in bekannter Manier mit großflächigen Lockdowns ganzer Millionenstädte reagiert wurde.

Die US-Volkswirtschaft befindet sich in einer technischen Rezession, hat also zwei Quartale hintereinander mit einem negativen Wachstum zu verzeichnen, nachdem für das zweite Quartal ein deutliches Minus in Höhe von 0,9 Prozent (annualisiert) veröffentlicht wurde…

Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in Europa und/oder in den USA hat zuletzt deutlich zugenommen. Hintergrund ist einerseits die Drosselung russischer Gaslieferungen nach Europa. Während einige kleinere europäische Staaten schon jetzt vollkommen ohne auskommen müssen, kam auch in Deutschland zuletzt weniger Gas aus Russland an.

Die globale Konjunkturdynamik wurde auch im Mai von diversen Faktoren gebremst, die gleichzeitig auch die weltweit ohnehin zumeist deutlich gestiegenen Inflationsraten weiter antrieben. Dabei wirkten anhaltend hohe Rohstoff- und Energiepreise negativ auf nahezu alle Volkswirtschaften.

Die Perspektive für die globale Konjunktur wird derzeit durch eine Gemengelage verschiedener, jeweils für sich genommen schon stark belastender Faktoren deutlich gedämpft. Die im Zuge der Ukrainekrise entstehenden Unsicherheiten und Produktionsunterbrechungen sorgen für anhaltend hohe Rohstoff- und Energiepreise sowie fehlende Vorprodukte in einigen Branchen…

Verschiedene Frühindikatoren wie die weltweit erhobenen Markit-Einkaufsmanagerindizes oder der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex deuteten im Februar eine zunehmende wirtschaftliche Dynamik an. Hintergrund waren vielfach deutlich abfallende Corona-Neuinfektionszahlen und damit Lockerungen von pandemiebedingten Restriktionen sowie erste Anzeichen einer Entlastung der angespannten globalen Lieferketten.