• Ein Mann im Anzug steht vor einem blauen Hintergrund mit einem aufsteigenden Börsengrafen.

Märkte mit Mumm

Börsen im Januar: sehr politisch

2. Februar 2025 –  Carsten Mumm, Chefvolkswirt

Das Kapitalmarktumfeld im Januar: Donald Trump im Fokus

Die Bundesregierung korrigierte ihre Wachstumsprognose für 2025 auf 0,3 Prozent nach unten und passte sich damit den verhaltenen Erwartungen verschiedener Forschungsinstitute, Banken sowie internationaler Organisationen an. Immerhin wird damit nach zwei Jahren gesamtwirtschaftlicher Schrumpfung – das Statistische Bundesamt bestätigte die Schnellschätzung eines Wachstums von -0,2 Prozent im Jahr 2024 – ein leichter zyklischer Aufschwung erwartet. Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich gemäß ifo-Geschäftsklimaindex im Januar allerdings kaum verbessert und verharrt weiterhin auf Krisenniveau. Insbesondere die Einschätzung der Geschäftserwartungen gab deutlich nach. Auch das GfK-Konsumklima zeigt noch keinen unmittelbar bevorstehenden Aufschwung an. Viele Menschen sparen vermehrt, anstatt zu konsumieren. Trotzdem konnten die Einzelhandelsumsätze im Gesamtjahr 2024 inflationsbereinigt um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegen. In den USA hingegen zeichnen Umfragen unter Unternehmen das Bild einer weiterhin robusten Konjunktur. Zuletzt signalisierte neben dem Sektor der Dienstleistungen erstmals seit Monaten auch das Verarbeitende Gewerbe eine künftig zunehmende Produktion. Zusätzlich getrieben wurden die Wachstumserwartungen durch den Amtsantritt Donald Trumps als 47. Präsident der USA. Zwar könnten angekündigte Zollanhebungen und die avisierte strenge Begrenzung der Migration für weiteren Inflationsdruck sowie erratische politische Entscheidungen für Unsicherheiten sorgen. Grundsätzlich wird aber eine wirtschaftsfreundliche Politik der neuen Regierung erwartet. Für die chinesische Volkswirtschaft wurde für das Jahr 2024 ein Wachstum von 5 Prozent und damit exakt das Ziel der Regierung vermeldet.

Die Inflation in Deutschland gab im Januar nach höheren Werten im Dezember auf 2,3 Prozent nach. In der Eurozone war ein leichter Anstieg auf 2,7 Prozent zu verzeichnen. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte trotzdem ihre Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte und stellte weitere Senkungen in Aussicht. In den USA hingegen verzichtete die US-Notenbank Fed angesichts einer im Dezember auf 2,9 Prozent gestiegenen Inflationsrate auf eine Zinssenkung. Die Bank of Japan hob ihren Leitzins auf 0,5 Prozent an.

An den Aktienbörsen sorgte Mitte Januar die Veröffentlichung eines chinesischen KI-gestützten Sprachmodells (R1 von DeepSeek) für Verunsicherung und beendete vorerst den jahrelangen Höhenflug einiger US-Tech-Aktien. Das mit geringerem Kosten- und technischem Aufwand trainierte Modell könnte den Weg für deutlich günstigere KI-Anwendungen, eine weitere Verbreitung in vielen Unternehmen und ggf. stärkeren Margendruck bei etablierten US-Unternehmen aus dem Sektor sorgen.

Zinsen: kaum verändert

Die Rendite einer zehnjährigen Bundesanleihe stieg im Januar leicht auf 2.46 Prozent p.a., während Zweijährige mit 2,11 Prozent p.a. kaum verändert rentierten. Ebenfalls seitwärts tendierte die Verzinsung von US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit mit 4,54 Prozent p.a. am Monatsende. Etwas deutlicher auf 3,20 Prozent p.a. im Zehnjahresbereich fielen die Renditen französischer Staatsanleihen, nachdem die Chance auf eine Verabschiedung eines Haushalts anstieg.

Aktien: deutliches Plus für europäische Aktien

Der deutsche Standardaktienindex DAX legte im Januar mit mehr als 9 Prozent Wertzuwachs sehr deutlich zu. Auch die größten europäischen Aktien des EURO STOXX 50 stiegen um knapp 8 Prozent, während der MDAX der mittelgroßen deutschen börsennotierten Unternehmen um rund 4,5 Prozent anzog. Schwächer hingegen fiel das Kursplus des US-amerikanischen S&P 500 mit 2,7 Prozent aus.

Währungen: Euro weiter schwach

Der Euro entwickelte sich im Vergleich zum US-Dollar seitwärts und beendete den Januar bei knapp 1,04 EUR/USD. Gegenüber dem japanischen Yen wertete der Euro hingegen leicht auf.

Rohstoffe: Gold und Rohöl seitwärts

Der Goldpreis stieg um rund 6,5 Prozent auf 2.799 US-Dollar. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent stieg nach einem zwischenzeitlich deutlicheren Zuwachs auf mehr als 80 US-Dollar im Monatsvergleich leicht auf 76 Dollar an. Entspannung brachten ein zwischen der Hamas und Israel unterzeichnete Waffenstillstand sowie die Aussicht auf eine künftig steigende US-Rohölproduktion.

Archive

Themenfelder

Weitere Beiträge:

Zwei bronzene Statuen eines Bullen und eines Bären stehen sich vor einem historischen Gebäude gegenüber, symbolisierend die Börse in Frankfurt.

Monatsrückblick August: Schwindender Pessimismus in der deutschen Wirtschaft

, , ,
Die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland hellt sich weiter auf, während geopolitische Spannungen und Handelskonflikte die Märkte beschäftigen. Lesen Sie in unserem Monatsrückblick, welche Entwicklungen Wirtschaft, Zinsen, Aktien, Währungen und Rohstoffe im August geprägt haben.
Covergrafik eines Podcasts mit dem Titel „PODCAST MARKT KOMPAKT“ in großen weißen Buchstaben, darunter der Untertitel „Märkte mit Mumm“ in kleinerer Schrift. Rechts ist ein Porträt eines lächelnden Mannes mit Brille, Hemd und dunklem Sakko vor einem türkisen Hintergrund, der eine stilisierte Sendemast-Grafik zeigt.

Markt Kompakt #119: Krisen, Kupons, KI: Warum klassische Portfoliokonzepte an ihre Grenzen stoßen können

, , ,
Sind die alten Börsenregeln noch gültig? Hohe Zinsen, boomende KI-Aktien und neue Marktstrukturen stellen viele traditionelle Annahmen auf die Probe. Carsten Mumm und Dr. Jochen Felsenheimer diskutieren, warum Markttiming immer schwieriger wird, wo klassische Risikomodelle versagen und was Anleger daraus für ihre Investmententscheidungen ableiten können.
Tanker auf dem Meer vor einer Meerenge mit durchwachsener teils gewittriger, teils aufgerissener Wolkendecke

Monatsrückblick Juli: Nahost, Inflation und Börsen

, ,
Geopolitische Spannungen im Nahen Osten, steigende Ölpreise und anhaltender Inflationsdruck prägten die Kapitalmärkte im Juli. Während EZB und Fed ihre Leitzinsen unverändert ließen, legten europäische Aktien zu, US-Technologiewerte entwickelten sich schwächer. Mehr von Chefvolkswirt Carsten Mumm.
Covergrafik eines Podcasts mit dem Titel „PODCAST MARKT KOMPAKT“ in großen weißen Buchstaben, darunter der Untertitel „Märkte mit Mumm“ in kleinerer Schrift. Rechts ist ein Porträt eines lächelnden Mannes mit Brille, Hemd und dunklem Sakko vor einem türkisen Hintergrund, der eine stilisierte Sendemast-Grafik zeigt.

Markt Kompakt #118: Mangelnde Finanzbildung: Ein Standortnachteil für Deutschland

, , ,
Finanzbildung ist weit mehr als eine persönliche Kompetenz. Sie beeinflusst Vermögensaufbau, Altersvorsorge und die wirtschaftliche Zukunft eines Landes. Carsten Mumm und Prof. Dr. Wolfgang Drobetz diskutieren, warum fehlendes Finanzwissen zu einem Standortnachteil werden kann und welche Rolle KI, Aktienkultur und politische Rahmenbedingungen dabei spielen.
Covergrafik eines Podcasts mit dem Titel „PODCAST MARKT KOMPAKT“ in großen weißen Buchstaben, darunter der Untertitel „Märkte mit Mumm“ in kleinerer Schrift. Rechts ist ein Porträt eines lächelnden Mannes mit Brille, Hemd und dunklem Sakko vor einem türkisen Hintergrund, der eine stilisierte Sendemast-Grafik zeigt.

Markt Kompakt #117: Evolution statt Untergang: Wie Europa seine Zukunft neu ordnen kann

, , ,
Ist Europa für die Herausforderungen der neuen Weltordnung gerüstet? Carsten Mumm spricht mit Prof. Dr. Henning Vöpel über Wettbewerbsfähigkeit, Technologie, Souveränität und die Zukunft der Europäischen Union.
Auf dem Bild sieht man wie eine Person vor einem See an einem Laptop arbeitet

Warum bei der Altersvorsorge zu wenig Risiko riskant ist

,
Wer Risiken vermeiden will, verzichtet oft unbewusst auf Rendite. Lesen Sie, warum Schwankungen zum langfristigen Anlageerfolg dazugehören, welche Chancen Aktien bieten und weshalb das neue Altersvorsorgedepot die Altersvorsorge in Deutschland verändern könnte.
Auf dem Bild sieht man eine Hand die ein Diagramm nachzeichnet

Mumm kompakt: Ein Reformpäckchen gegen einen Mehrfachschock

,
Protektionismus, ein erstarktes China, Rückstand bei Künstlicher Intelligenz und ein sinkendes Potenzialwachstum: Carsten Mumm ordnet ein, warum das neue Reformpaket der Bundesregierung nur ein erster Schritt sein kann – und was jetzt wirklich gebraucht wird.
Hafen mit zahlreichen Containern und Kränen bei Sonnenuntergang.

Monatsrückblick Juni

,
Geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten, neue Zinsschritte der Notenbanken und uneinheitliche Konjunktursignale prägten das Kapitalmarktumfeld im Juni. Erfahren Sie, wie sich Aktien, Zinsen, Währungen und Rohstoffe im vergangenen Monat entwickelt haben.
Blick von unten auf ein Flugzeug, das über moderne Wolkenkratzer fliegt, mit blauem Himmel im Hintergrund.

Monatsrückblick Mai

,
Geopolitische Unsicherheiten, neue Zolldrohungen und ein heterogenes Inflationsbild prägten das Kapitalmarktumfeld im Mai. Trotz anhaltend hoher Zinsen zeigten sich die Aktienmärkte weiter erholt. Erfahren Sie mehr über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Konjunktur, Notenbanken, Aktien, Zinsen, Währungen und Rohstoffe.
Zwei bronzene Statuen eines Bullen und eines Bären stehen sich vor einem historischen Gebäude gegenüber, symbolisierend die Börse in Frankfurt.

Monatsrückblick August: Schwindender Pessimismus in der deutschen Wirtschaft

, , ,
Die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland hellt sich weiter auf, während geopolitische Spannungen und Handelskonflikte die Märkte beschäftigen. Lesen Sie in unserem Monatsrückblick, welche Entwicklungen Wirtschaft, Zinsen, Aktien, Währungen und Rohstoffe im August geprägt haben.
Covergrafik eines Podcasts mit dem Titel „PODCAST MARKT KOMPAKT“ in großen weißen Buchstaben, darunter der Untertitel „Märkte mit Mumm“ in kleinerer Schrift. Rechts ist ein Porträt eines lächelnden Mannes mit Brille, Hemd und dunklem Sakko vor einem türkisen Hintergrund, der eine stilisierte Sendemast-Grafik zeigt.

Markt Kompakt #119: Krisen, Kupons, KI: Warum klassische Portfoliokonzepte an ihre Grenzen stoßen können

, , ,
Sind die alten Börsenregeln noch gültig? Hohe Zinsen, boomende KI-Aktien und neue Marktstrukturen stellen viele traditionelle Annahmen auf die Probe. Carsten Mumm und Dr. Jochen Felsenheimer diskutieren, warum Markttiming immer schwieriger wird, wo klassische Risikomodelle versagen und was Anleger daraus für ihre Investmententscheidungen ableiten können.
Tanker auf dem Meer vor einer Meerenge mit durchwachsener teils gewittriger, teils aufgerissener Wolkendecke

Monatsrückblick Juli: Nahost, Inflation und Börsen

, ,
Geopolitische Spannungen im Nahen Osten, steigende Ölpreise und anhaltender Inflationsdruck prägten die Kapitalmärkte im Juli. Während EZB und Fed ihre Leitzinsen unverändert ließen, legten europäische Aktien zu, US-Technologiewerte entwickelten sich schwächer. Mehr von Chefvolkswirt Carsten Mumm.
Covergrafik eines Podcasts mit dem Titel „PODCAST MARKT KOMPAKT“ in großen weißen Buchstaben, darunter der Untertitel „Märkte mit Mumm“ in kleinerer Schrift. Rechts ist ein Porträt eines lächelnden Mannes mit Brille, Hemd und dunklem Sakko vor einem türkisen Hintergrund, der eine stilisierte Sendemast-Grafik zeigt.

Markt Kompakt #118: Mangelnde Finanzbildung: Ein Standortnachteil für Deutschland

, , ,
Finanzbildung ist weit mehr als eine persönliche Kompetenz. Sie beeinflusst Vermögensaufbau, Altersvorsorge und die wirtschaftliche Zukunft eines Landes. Carsten Mumm und Prof. Dr. Wolfgang Drobetz diskutieren, warum fehlendes Finanzwissen zu einem Standortnachteil werden kann und welche Rolle KI, Aktienkultur und politische Rahmenbedingungen dabei spielen.
Covergrafik eines Podcasts mit dem Titel „PODCAST MARKT KOMPAKT“ in großen weißen Buchstaben, darunter der Untertitel „Märkte mit Mumm“ in kleinerer Schrift. Rechts ist ein Porträt eines lächelnden Mannes mit Brille, Hemd und dunklem Sakko vor einem türkisen Hintergrund, der eine stilisierte Sendemast-Grafik zeigt.

Markt Kompakt #117: Evolution statt Untergang: Wie Europa seine Zukunft neu ordnen kann

, , ,
Ist Europa für die Herausforderungen der neuen Weltordnung gerüstet? Carsten Mumm spricht mit Prof. Dr. Henning Vöpel über Wettbewerbsfähigkeit, Technologie, Souveränität und die Zukunft der Europäischen Union.
Auf dem Bild sieht man wie eine Person vor einem See an einem Laptop arbeitet

Warum bei der Altersvorsorge zu wenig Risiko riskant ist

,
Wer Risiken vermeiden will, verzichtet oft unbewusst auf Rendite. Lesen Sie, warum Schwankungen zum langfristigen Anlageerfolg dazugehören, welche Chancen Aktien bieten und weshalb das neue Altersvorsorgedepot die Altersvorsorge in Deutschland verändern könnte.
Auf dem Bild sieht man eine Hand die ein Diagramm nachzeichnet

Mumm kompakt: Ein Reformpäckchen gegen einen Mehrfachschock

,
Protektionismus, ein erstarktes China, Rückstand bei Künstlicher Intelligenz und ein sinkendes Potenzialwachstum: Carsten Mumm ordnet ein, warum das neue Reformpaket der Bundesregierung nur ein erster Schritt sein kann – und was jetzt wirklich gebraucht wird.
Hafen mit zahlreichen Containern und Kränen bei Sonnenuntergang.

Monatsrückblick Juni

,
Geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten, neue Zinsschritte der Notenbanken und uneinheitliche Konjunktursignale prägten das Kapitalmarktumfeld im Juni. Erfahren Sie, wie sich Aktien, Zinsen, Währungen und Rohstoffe im vergangenen Monat entwickelt haben.
Blick von unten auf ein Flugzeug, das über moderne Wolkenkratzer fliegt, mit blauem Himmel im Hintergrund.

Monatsrückblick Mai

,
Geopolitische Unsicherheiten, neue Zolldrohungen und ein heterogenes Inflationsbild prägten das Kapitalmarktumfeld im Mai. Trotz anhaltend hoher Zinsen zeigten sich die Aktienmärkte weiter erholt. Erfahren Sie mehr über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Konjunktur, Notenbanken, Aktien, Zinsen, Währungen und Rohstoffe.
zum Beitragsarchiv