• Großaufnahme des Euro-Symbols mit gelben Sternen auf blauem Hintergrund, das die Europäische Zentralbank repräsentiert.

EZB erhöht Leitzins

11.09.2026 / Carsten Mumm

Leitzinserhöhung als Signal gegen anhaltenden Preisdruck

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 10. September erwartungsgemäß die Erhöhung Ihrer Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte beschlossen. Der Zinsschritt erfolgte unter Verweis auf den weiterhin erhöhten Inflationsdruck im Zuge des Konflikts im Nahen Osten und des resultierenden Energiepreisschocks. Gemäß Einschätzung der EZB dürfte die Inflation für einen längeren Zeitraum deutlich über dem Zielwert von 2 Prozent bleiben. Entsprechend wurden die Inflationsprojektionen der Notenbank für die Jahre 2027 und 2028 auf 2,5 bzw. 2,1 Prozent angehoben. Die Kernrate der Inflation – ohne die Komponenten Energie und Nahrungsmittel – wird demzufolge bei 2,6 Prozent im nächsten Jahr und 2,3 Prozent im Jahr 2028 erwartet. Für das Wachstum in der Eurozone veranschlagt die EZB nunmehr 0,9 Prozent in diesem sowie 1,4 bzw. 1,5 Prozent in den kommenden beiden Jahren.

Obwohl bisher keine nennenswerten, zusätzlich inflationstreibenden Zweitrundeneffekte absehbar sind, ist die heutige Leitzinsanhebung der richtige Schritt. Denn die Notenbank muss signalisieren, dass sie den aktuellen Inflationsimpuls nicht unterschätzt, um die Inflationserwartungen nahe des Ziels von 2 Prozent zu verankern. Sofern die Rohölpreise in den kommenden Wochen nicht noch einmal deutlich stärker anziehen, sollte man sich mit dem nächsten Zinsschritt allerdings Zeit lassen. Denn ab März 2027 würde der Preis-Basiseffekt dafür sorgen, dass die Energiepreiskomponente die Inflation nicht mehr antreiben würde. An den internationalen Kapitalmärkten dürfte der Fed-Zinsentscheid in der nächsten Woche den größeren Einfluss ausüben, insbesondere auf den EUR/USD-Wechselkurs. Sollte die US-Notenbank Fed ebenfalls die Leitzinsen anheben, dürfte der Dollar im Vergleich zum Euro aufwerten. Global sind weiterhin vorerst steigende Renditen bei Staatsanleihen zu erwarten.

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Carsten Mumm

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