Das Kapitalmarktumfeld im September: Stärkeres Wachstum in Deutschland
Rund um den Persischen Golf verschärfte sich der Konflikt zwischen dem Iran und den USA erneut. Die Ost-West-Ölpipeline durch Saudi-Arabien musste infolge von Angriffen durch die mit dem Iran verbundene Huthi-Miliz temporär abgeschaltet werden. Entsprechend blieben die Seewege vom Indischen Ozean zum Persischen Golf (Straße von Hormus) und zum Roten Meer (Bab al-Mandab) weiterhin erheblich gestört. Wiederkehrende Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA führten bislang nicht zu einer Lösung des Konflikts.
Derweil unterstrich Kanadas Premierminister Mark Carney die Absicht einer engeren Zusammenarbeit mit der Europäischen Union (EU). EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sprach von einer „assoziierten Mitgliedschaft“, deren Ausgestaltung und Zustimmung bislang noch unklar ist.
Im Rahmen des BRICS-Gipfels in Neu-Delhi standen Bemühungen um eine engere Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten im Bereich der Zahlungs- und Handelssysteme sowie bei Infrastruktur- und Technologiethemen im Vordergrund. Konkrete Fortschritte blieben dabei allerdings begrenzt, sodass die Zusammenkunft vor allem als politisches Signal für eine stärkere Vernetzung der Schwellenländer diente. Der chinesische Präsident Xi Jinping traf im Anschluss seinen amerikanischen Amtskollegen Donald Trump in Washington. Über die erwartete Verlängerung des befristeten Zollfriedens hinaus wurden im Hinblick auf Taiwan oder den Konflikt im Nahen Osten jedoch keine wesentlichen Fortschritte erzielt.
In Deutschland verbesserte sich das ifo-Geschäftsklima erneut, mit Ausnahme des Verarbeitenden Gewerbes. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage besser und verzeichneten weniger pessimistische Erwartungen. Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) korrigierte die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr um einen halben Prozentpunkt nach oben, aufgrund im Sommer überraschend gestiegener Exporte. Die von S&P Global erhobenen Einkaufsmanagerindizes verzeichneten ebenfalls eine weitere Belebung der wirtschaftlichen Aktivität in vielen Volkswirtschaften.
Die Inflation fiel in Deutschland im September mit 3,3 Prozent höher aus. Die anhaltend hohen Energiepreise beschleunigten den Kostendruck, während die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) unverändert bei 2,4 Prozent verharrte. Entsprechend erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins um 25 Basispunkte. Auch die US-Notenbank Fed und die japanische Notenbank (BoJ) beschlossen im September eine Erhöhung der Leitzinsen um 25 Basispunkte.
Zinsen: Global beschleunigter Zinsanstieg
Die Renditen von Bundesanleihen stiegen über alle Laufzeiten hinweg deutlich an, sodass 30-Jährige bei knapp 4 Prozent p.a. rentierten. In den USA stiegen die Renditen von Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren erstmals seit 2002 wieder auf über 5 Prozent p.a. Auch die Renditen von 2-jährigen Staatsanleihen verzeichneten ein Plus von über 50 Basispunkten gegenüber dem Vormonat. Die Zinsen französischer Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren legten um rund 65 Basispunkte zu. Im Segment der Unternehmensanleihen stiegen die Risikoprämien.
Aktien: Europäische sinkend, Amerikanische seitwärts
Der deutsche Leitindex DAX gab im September um rund 4 Prozent auf etwa 25.200 Punkten nach. Amerikanische Indizes entwickelten sich differenziert, während der technologielastige NASDAQ 100 etwa 2 Prozent zulegte, bewegte sich der US-Leitindex S&P 500 per Saldo seitwärts. Ein ähnliches Bild zeigte der japanische NIKKEI 225.
Währungen: Stärkerer Dollar und leicht schwächerer Yen
Der US-Dollar gewann im Monatsverlauf deutlich an Stärke und notierte im Vergleich zum Euro zuletzt bei 1,14 EUR/USD. Gegenüber dem Schweizer Franken legte der Euro leicht auf 0,94 EUR/CHF zu. Nachdem der japanische Yen zu Monatsbeginn an Stärke gewann und im Vergleich zum US-Dollar temporär bei 155 USD/JPY lag, schloss er bei rund 158 USD/JPY.
Rohstoffe: Gold auf Rekordkurs, Rohöl schwächer
Die schwache globale Industriegüternachfrage sowie Nachrichten über eine geplante Produktionsausweitung für saudi-arabisches Rohöl sorgten für sinkende Ölpreise. Ein Barrel der Nordseesorte Brent gab auf 72 US-Dollar nach. Der Goldpreis hingegen erreichte ein neues Rekordhoch bei 2.672 Dollar.
Rohstoffe: Steigende Öl- und sinkende Edelmetallpreise
Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent stieg erneut an und notierte bei rund 100 US-Dollar. Edelmetallpreise gaben um über 5 Prozent nach. Der Goldpreis lag zuletzt bei etwa 4.100 US-Dollar, Silber bei 61 US-Dollar.