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Was ist bei der Übertragung von Vermögen auf Kinder zu beachten

21. Oktober 2025 / Jörg Felix Witte Certified Foundation and Estate Planner CFEP®

Verantwortungsvollen Umgang mit Geld lernen

Die erste Zwei-Euro-Münze in der Hand, das regelmäßige Taschengeld oder das Geldgeschenk zum Geburtstag und zu Weihnachten. Schon früh werden die Kinder oder die Enkelkinder an den Umgang mit Geld gewöhnt. Dass es Dinge gibt, die man gerne haben möchte, für die man aber erst einmal etwas ansparen muss, um sie sich leisten zu können. Auch das gehört zur Erziehung dazu.
Schon etwas anders sieht es da aus, wenn ein größeres Familienvermögen vorhanden ist und die Eltern oder die Großeltern sich die Frage stellen, wann denn der richtige Zeitpunkt ist, die nächste oder die übernächste Generation an diese Werte heranzuführen. Dabei geht es um Verantwortung, Mitsprache und darum später loszulassen, damit die Nachfolger ihre eigenen Entscheidungen treffen können.
Auch in diesem Fall handelt es sich um einen Lernprozess und dies sicherlich auf beiden Seiten. Sowohl der Abgebende als auch der Übernehmende sieht sich einer neuen Situation gegenüber. Ein richtig oder falsch gibt es nicht, da das Vorgehen auch individuell von den handelnden Personen abhängt. Dennoch gibt es Überlegungen, die man beachten sollte oder Vorgehensweisen, wie ein guter Übergang von Vermögen funktionieren kann. Lassen Sie uns dies etwas näher betrachten.

Über Geld spricht man nicht…

Gerade in Deutschland kennt man den Satz „Über Geld spricht man nicht.“ nur zu gut. Es entspricht der gesellschaftlichen Norm über private Finanzen wie Einkommen oder Vermögen eher zu schweigen. Gründe sind hierfür vielleicht Diskretion oder Bescheidenheit bzw. die Angst vor Neid und Missgunst. Auch in der eigenen Familie herrscht dieser Grundsatz zum Teil noch vor. Aber darüber zu sprechen ist wichtig.

Finanzbildung für Kinder – Wissen ist ein wesentlicher Baustein

Der Grundstein für das spätere Verhalten wird im Kindesalter gelegt. Ab dem Zeitpunkt, ab dem Kinder Verständnis für Zahlen entwickeln, können sie auch den Wert von Geld begreifen. Ab hier beschäftigt man sich schon mit dem Thema der Finanzbildung, deren Fehlen gerade bei jungen Erwachsenen zu Problemen führen kann. Vermögen ist eben auch Wissen, das man rechtzeitig erlernen sollte.

Bei Eltern besteht oft die Sorge, dass wenn die Kinder zu früh über die familiären Vermögensverhältnisse informiert sind, dies deren Arbeitsmoral unterwandern kann. Es ist genug da, für die eigene Versorgung, also denkt man, man muss nicht viel tun. Betont werden sollte also, wie wichtig das Thema Arbeit ist. Hierbei geht es nicht nur um die Bezahlung, sondern auch darum, eigene Begabungen zu nutzen und durch die eigene Arbeit einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Selbstachtung ist eine wichtige Eigenschaft für das weitere Leben.

Vermögen übergeben – Verantwortung tragen: Was will die nächste Generation?

Bei allen Überlegungen sollte zunächst immer gefragt werden, was denn die Kinder wollen. Gerade in der Orientierungsphase zum Ende der Schulzeit ist es wichtig, dies auch im Hinblick auf das vorhandene Familienvermögen zu tun. Das besteht in der Regel aus unterschiedlichen Assetklassen, wie Wertpapiere oder Immobilien bzw. das Gesellschaftsvermögen. Auch hier können die Interessen für die einzelnen Bereiche vorhanden sein, oder eben nicht.

Checkliste Vermögensübertragung – Drei Fragen, die Sie den Kindern stellen sollten:

  • Wo liegen deine Interessen, welches Hobby bereitet dir Freude?
  • Welche Überlegungen gibt es zu deiner beruflichen Zukunft?
  • Wie würdest du für dich selbst „Erfolg im Leben“ definieren?

Der Sinn von Geld muss deutlich werden

Wenn für die nächste Generation der Sinn des Geldes nur darin besteht, sich dafür Dinge kaufen zu können, kann ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Familienvermögen in späteren Jahren auch schwierig werden. Wichtig ist es zu vermitteln, dass Geld auch die Macht besitzt, mit der etwas Positives für die Gesellschaft bewirkt werden kann. Themen wie Spenden, die finanzielle Unterstützung anderer oder auch ehrenamtliche Tätigkeiten sollten bei den geführten Gesprächen aber auch in der praktischen Umsetzung bei der Erziehung nicht vergessen werden.

Wann ist nun der richtige Zeitpunkt über Geld zu sprechen?

Wann also mit den Kindern konkret über das Familienvermögen gesprochen wird, hängt stark von der Erziehung und den Charaktereigenschaften ab. Eltern bzw. Großeltern wissen sicher am besten, wie sie die nächste Generation hier individuell einzuschätzen haben.

Wichtig ist aber grundsätzlich:

  • Früh damit beginnen, den Kindern das Thema näherzubringen
  • Informationen können und sollten nach und nach gegeben werden
  • Darüber sprechen und auch Fragen stellen
  • Die unterschiedlichen Interessen der Kinder berücksichtigen
  • Die Bedeutung von Arbeit und die Verantwortung von Vermögen vermitteln

Kinder sollen Verantwortung übernehmen

Über das vorhandene Vermögen zu sprechen ist das eine. Das andere ist Verantwortung zu übernehmen, und zwar durch konkretes Handeln. Dies erfolgt, indem man die Kinder bzw. die Enkelkinder in Entscheidungen mit einbezieht. Indem nach deren Meinung gefragt und diese bei der Umsetzung auch berücksichtigt wird. Aber auch die Übertragung von Vermögen, Schenkungen von Eltern, Schenkungen von Großeltern, tragen dazu bei, die nächste Generation an das Vermögen heranzuführen. Es steht bei der Schenkung also nicht immer nur die Steueroptimierung im Fokus, sondern auch die schrittweise Übernahme von Verantwortung.

Die Vermögensübertragung zu Lebzeiten

Die Übertragung von Vermögen an die nächste Generation ist also ein guter Weg, diese an das Familienvermögen heranzuführen. Sei es eine kleine Wohnung, die der Studierende für sich selbst nutzt und um deren Verwaltung man sich nun kümmern muss. Sei es die finanzielle Unterstützung während der Ausbildung, die für den eigenen Lebensunterhalt gebraucht wird, und die man sich selbst gut einteilen sollte. Dies sind Beispiele für gute, erste Schritte, um junge Menschen an Vermögen heranzuführen.

Der Schenkungsfreibetrag beläuft sich auf EUR 400.000 je Kind und Elternteil und auf EUR 200.000 je Enkel von dem Großvater bzw. von der Großmutter. Der Freibetrag lebt alle zehn Jahre wieder auf. Diese Werte können also steuerfrei übertragen werden und den Beginn der Übernahme von Verantwortung für das Familienvermögen unterstützen.

Dabei ist vielleicht auch noch ein Hinweis auf das Thema „Loslassen“ sinnvoll. Oft will der Schenker noch die Hand auf dem Vermögen behalten und weiter Entscheidungen treffen können. Dies kann richtig sein, wenn sehr große Vermögenswerte vor allem unter dem Gesichtspunkt der Steueroptimierung übertragen werden. Wenn es aber darum geht, die nächste Generation an Vermögen heranzuführen, dann sollte man ihr auch die Möglichkeit geben, eigenverantwortlich zu handeln. Ratschläge der Eltern oder der Großeltern werden dann sicherlich auch weiterhin gern angenommen.

Schenkungen an Minderjährige

Schenkungen an minderjährige Kinder oder Enkelkinder sind grundsätzlich möglich. Sie erfordern jedoch die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter. Bis zum 18. Lebensjahr übernehmen also die Eltern die Verantwortung für das minderjährige Kind, gerade auch in finanziellen Fragen.

Nur Schenkungen, die für Minderjährige rechtlich vorteilhaft sind, können ohne Genehmigung durch das Familiengericht wirksam werden. Bei Schenkungen, die mit Pflichten oder Nachteilen verbunden sein können, etwa Immobilien oder Gesellschaftsanteilen, werden die Auswirkungen der Schenkung geprüft. Wenn ein Interessenskonflikt zwischen Eltern und Kind besteht, wird das Familiengericht einen Ergänzungspfleger bestellen, der die Rechte des Kindes unabhängig vertritt. Dies ist zu beachten, wenn Übertragungen schon sehr früh geplant sind.

Vermögensübertrag auf Ihre Kinder – planen Sie langfristig

Die nächste Generation an das Familienvermögen heranzuführen ist also wie so vieles im Leben langfristig zu denken. Es ist sowohl die Verantwortung der Eltern bzw. der Großeltern diese Übergabe möglichst gut vorzubereiten als auch die der übernehmenden Generation die Erfahrungen der Älteren anzunehmen.

Auf beiden Seiten kann es hilfreich sein, sich einfach mal in die Situation des anderen zu versetzen und nicht nur auf der eigenen Meinung zu beharren. Wie in vielen Situationen hilft das Gespräch. Hierbei unterstützen wir Sie mit unserer Expertise in allen Fragen rund um die Vermögensannäherung und -übertragung. Sprechen Sie uns gern an.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht! 

Jörg Felix Witte

Certified Foundation and Estate Planner CFEP®
Joerg.witte@donner-reuschel.de
Tel. +49 40 30217-5535

Katrin Pätzke

Financial Planner
katrin.paetzke@donner-reuschel.de
Tel. +49 40 30217-5534

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christian.hirschbolz@donner-reuschel.de
Tel. +49 89 2395-2022

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