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Kapitalmarktanalyse

Monatsrückblick April

Mai 2026 / Carsten Mumm, Chefvolkswirt

Das Kapitalmarktumfeld im April: Anhaltende geopolitische Unsicherheiten 

Nachdem US-Präsident Donald Trump bereits Anfang April ein baldiges Ende des Krieges im Nahen Osten ankündigte, erklärte er die Feindseligkeiten zum Monatswechsel für beendet. Formell besteht seit dem 8. April eine Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA. Friedensverhandlungen in Islamabad blieben jedoch ohne Einigung und die Durchfahrt durch die Straße von Hormus ist weiterhin stark eingeschränkt. Infolgedessen blockierte die US-Marine den Schiffsverkehr zu und von iranischen Häfen. 

Erwartungsgemäß und unter der Annahme der Beendigung des Golfkriegs bis Mitte 2026 senkte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine globale Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 3,1 Prozent. Wenngleich die nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs gesenkten Zollsätze seitens der USA die Abwärtsrevision etwas milderten. Für Deutschland wird ein Wachstum von 0,8 Prozent im laufenden und 1,2 Prozent im folgenden Jahr erwartet.

Die vorläufigen Hochrechnungen ergaben für die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal ein Wachstum von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Zur positiven Entwicklung haben sowohl private als auch staatliche Konsumausgaben beigetragen, ebenso wie steigende Exporte. Indes fiel die Stimmung deutscher Unternehmen weiter. Gemäß dem aktuellen ifo-Geschäftsklima trübten sich die Erwartungen aufgrund der unsicheren geopolitischen Lage deutlich ein. Einzig das Verarbeitenden Gewerbe zeigte sich resilienter, was jedoch auf Vorzieheffekte in der Annahme anhaltender Lieferkettenunterbrechungen zurückzuführen sein könnte. 

In Ungarn erfolgte nach den Parlamentswahlen der erste Regierungswechsel seit 16 Jahren. Nach dem Abtritt des bisherigen Ministerpräsidenten Orbán wird ein europafreundlicherer Kurs erwartet. 

Die Inflation stieg angesichts der anhaltend hohen Energiepreise merklich an und befand sich im April in Deutschland bei 2,9 bzw. in der Eurozone bei 3,0 Prozent. Aufgrund der noch nicht exakt quantifizierbaren weiteren kriegsbedingten Effekte beließ die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen unverändert, wenngleich sie die Inflationsgefahr als gestiegen betrachtete. Auch die US-Notenbank Fed sah von einer Leitzinsanpassung ab, obwohl die Inflation mit 3,3 Prozent im März deutlich höher ausfiel. Nach der Bestätigung des Senats wird künftig Kevin Warsh anstatt Jerome Powell die Position als Fed-Präsident einnehmen. Ohne Anpassungen verliefen ebenfalls die Zinsentscheide der japanischen (BoJ) und der englischen Notenbank (BoE).

Zinsen: Anhaltend hohe Zinsen 

Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit von 2 bzw. 10 Jahren bewegten sich insgesamt seitwärts bei etwa 2,64 bzw. knapp über 3,00 Prozent p.a. Analog dazu notierten US-Anleihen nahezu unverändert mit 2 Jahren Restlaufzeit bei 3,88 Prozent p.a. bzw. mit 10 Jahren bei 4,39 Prozent p.a. Die Risikoprämien von Unternehmensanleihen gaben im Monatsverlauf leicht nach.

Aktien: Erholung, insbesondere am US-Markt 

Der deutsche Leitindex DAX stieg im April um rund 7 Prozent und notierte damit wieder über der Marke von 24.000 Punkten. Der europäische EURO STOXX 50 erreichte ein Kursplus von 6 Prozent. Deutlich dynamischer entwickelten sich US-Aktien. So konnte der S&P 500 mit über 7.200 Punkten einen neuen Höchststand erreichen und auch der technologiegeprägte NASDAQ 100 stieg um 15 Prozent auf ein Allzeithoch. Ebenfalls um rund 15 Prozent legten der japanische NIKKEI 225 und der Schwellenländer-Aktienindex MSCI Emerging Markets zu.

Währungen: Schwächerer Dollar

Der US-Dollar gab erneut nach und notierte zum Monatsende im Vergleich zum Euro bei 1,17 EUR/USD. Gegenüber dem Schweizer Franken bewegte sich die Gemeinschaftswährung seitwärts bei 0,92 EUR/CHF.

Rohstoffe: Steigende Öl- und sinkende Edelmetallpreise 

Im Zuge der verhandelten Waffenruhe im Nahen Osten fielen die Ölpreise um rund 20 Prozent, sodass ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent zwischenzeitlich bei knapp 87 US-Dollar notierte. Dieser Preisrückgang war jedoch nicht von Dauer und der Brent-Preis lag zum Monatsende wieder deutlich höher bei rund 110 Dollar. Gold und Silber notierten etwas tiefer, bei rund 4.600 bzw. 73 US-Dollar.

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Auf dem Bild sieht man Chefvolkswirt Carsten Mumm mit grauem Sakko, weißem Hemd und freundlichem Blick in die Kamera.

Carsten Mumm

Chefvolkswirt

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