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Kapitalmarktanalyse

Monatsrückblick Dezember

Januar 2026 / Carsten Mumm, Chefvolkswirt

Das Kapitalmarktumfeld im Dezember: überwiegend positiv

Im Dezember nahmen die Verhandlungen über eine Friedenslösung für die Ukraine Fahrt auf. Nach Angaben der ukrainischen Seite waren zuletzt rund 90 Prozent der Inhalte abgestimmt, darunter insbesondere eine Sicherheitsgarantie. Ungeklärt waren allerdings noch Fragen zu territorialen Zugeständnissen. Parallel dazu verschärften sich die Spannungen zwischen den USA und Venezuela und veranlassten den UN-Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung. Nach diversen US-Angriffen auf kleinere Schiffe im Zuge der Bekämpfung des Drogenschmuggels wurde zuletzt ein venezolanischer Öltanker durch das US-Militär beschlagnahmt.

Die deutsche Wirtschaft verlor im Dezember erneut an Dynamik, insbesondere aufgrund anhaltend schwacher Auftragseingänge. Der ifo-Geschäftsklimaindex signalisierte entsprechend branchenübergreifend eine pessimistischere Stimmung. Auch die Verbraucherstimmung trübte sich ein. So verzeichnete das GfK-Konsumklima einen deutlichen Rückgang, forciert durch sinkende Einkommenserwartungen und eine geringere Anschaffungsneigung. Sorgen vor steigender Inflation und zunehmende Unsicherheiten über die Stabilität der Altersvorsorge erhöhten die Sparneigung. Weniger optimistisch fielen auch die Konjunkturprognosen aus. So senkte das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) seine Wachstumsprognose für Deutschland im Jahr 2026 von bisher 1,3 auf 1,0 Prozent.

Der anhaltende Kostenauftrieb im Dienstleistungssektor hielt die Inflation in Deutschland hartnäckig auf einem leicht erhöhten Niveau von 2,3 Prozent. Trotzdem beließ die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins unverändert, denn die jüngsten EZB-eigenen Inflationsprojektionen lagen mit 1,9 Prozent für die Eurozone im Jahr 2026 nahe dem Zielniveau von 2 Prozent. Die US-Notenbank Fed hingegen senkte im Dezember erwartungsgemäß ihren Leitzins zum dritten Mal in Folge. Der Zinsschritt wurde durch die überraschend niedrig vermeldete November-Inflationsrate von 2,7 Prozent sowie eine leicht höhere Arbeitslosenquote gerechtfertigt. Gemäß S&P Global-Einkaufsmanagerindex befand sich die US-Wirtschaft zuletzt weiterhin auf einem expansiven, wenngleich etwas weniger dynamischen Wachstumspfad. Offen blieb hingegen die Nachfolge des Fed-Präsidenten Jerome Powell, dessen Amtszeit im Mai endet. Als Favoriten gelten derzeit Donald Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett und der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh.

Die Bank von Japan (BoJ) hob ihren Leitzins angesichts zunehmenden Inflationsdrucks um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent p.a. an.

Zinsen: höher

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg im Dezember um knapp 20 Basispunkte auf 2,86 Prozent p.a. Bei 30 Jahren Restlaufzeit erreichte die Verzinsung mit 3,48 Prozent p.a. den höchsten Stand seit 2011. Auch bei US-Staatsanleihen zogen die Renditen an, bei zehnjähriger Laufzeit auf 4,15, bei 30-jährigen auf 4,83 Prozent p.a. Die Verzinsung japanischer Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit erreichte mit 3,40 Prozent p.a. den höchsten Stand seit der Jahrtausendwende. Risikoprämien von Unternehmens- und Staatsanleihen der Eurozone verharrten auf niedrigen Niveaus.

Aktien: ebenfalls höher

An den internationalen Aktienmärkten waren zum Jahresende überwiegend Kurszuwächse zu verzeichnen. So konnten der deutsche Leitindex DAX sowie der MDAX der mittelgroßen börsennotierten deutschen Unternehmen jeweils um 3,8 Prozent zulegen. Leicht aufwärts ging es auch für US-Aktien des S&P 500 sowie für den japanischen Aktienindex NIKKEI 225.

Währungen: festerer Euro

Der Euro wertete im Vergleich zum US-Dollar um gut einen Cent auf und notierte am Jahresende bei 1,17 EUR/USD. Ebenfalls fester notierte der Euro gegenüber dem japanischen Yen bei 184 EUR/JPY. Kaum veränderte sich hingegen der Kurs des Schweizer Franken mit 0,93 EUR/CHF.

Rohstoffe: Edelmetalle höher, Öl schwächer

Der Goldpreis stieg Ende Dezember auf ein neues Rekordhoch bei 4.533 US-Dollar und beendete das Jahr bei 4.318 Dollar. Noch stärker, um rund 25 Prozent auf 72 Dollar, konnten die Silbernotierungen zulegen, wenngleich dem Höchstpreis von 84,30 Dollar am 29. Dezember noch ein größerer Kursrutsch folgte. Ebenfalls deutlich auf 2.044 Dollar Ende 2025 stieg der Platinpreis.

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