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Kapitalmarktanalyse

Monatsrückblick Januar

Februar 2026 / Carsten Mumm, Chefvolkswirt

Das Kapitalmarktumfeld im Januar: Turbulenter Jahresstart

US-Präsident Trump sorgte zum Beginn des neuen Jahres für eine Reihe, allerdings nur teilweise kapitalmarktrelevanter Schlagzeilen. Neben der Festsetzung des venezolanischen Präsidenten Maduro und Drohungen gegenüber dem Iran, Kuba und anderen Staaten sowie den umstrittenen Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde ICE lag der Fokus auf eindeutigen Ambitionen zur Annexion Grönlands. Nachdem die Europäische Union (EU) jedoch Gegenmaßnahmen ins Spiel brachte und sich eine breite internationale Unterstützung für Dänemark und Grönland abzeichnete, verkündete Trump, keine Gewalt anwenden zu wollen und zog die zuvor angekündigten Zölle gegen einzelne europäische Staaten zurück. Dafür standen 100 Prozent Zoll auf kanadische Exporte in die USA im Raum, da Kanadas Premierminister Mark Carney auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos für mehr Eigenständigkeit sowie ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen der Mittelmächte zur Verteidigung Ihrer Werte und zur Bündelung ihrer Kräfte gegenüber autokratisch agierenden Hegemonialmächten appellierte.

Die EU einigte sich mit Indien und den Mercosur-Staaten auf Freihandelsabkommen, wenngleich die Mercosur-Vereinbarung nach der gescheiterten Ratifizierung im Europäischen Parlament noch durch den Europäischen Gerichtshof geprüft werden muss. Der französische Premierminister Lecornu überstand erneut ein Misstrauensvotum, nachdem er für 2026 einen Haushalt ohne Abstimmung im Parlament verabschieden ließ.

Die deutsche Wirtschaft startete verhalten ins neue Jahr, wie der leicht schwächere ifo-Geschäftsklimaindex und die erneut sinkende Beschäftigung skizzierten. Immerhin verzeichnete das GfK-Konsumklima eine vorsichtige Erholung, forciert durch deutlich steigende Einkommens- und Konjunkturerwartungen sowie eine höhere Anschaffungsneigung. Aktualisierte Wachstumsschätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) fielen mit 1,1 Prozent im Jahr 2026 für Deutschland wieder etwas höher aus.

Die Inflation in Deutschland stieg im Januar auf 2,2 Prozent, insbesondere aufgrund der Anhebung des Mindestlohns und der CO2-Steuer. Die US-Inflation verharrte im Dezember mit 2,7 Prozent deutlich oberhalb des Inflationsziels der Notenbank Fed. Da sich die wirtschaftliche Entwicklung gleichzeitig robust zeigte, verzichtete die Fed im Januar auf eine weitere Leitzinssenkung. Derweil wurde der Ökonom Kevin Warsh als Nachfolger des im Mai turnusgemäß abtretenden Fed-Präsidenten Jerome Powell nominiert. Da Warsh als ausgewiesener Kapitalmarktexperte gilt und ehemaliges Mitglied des Entscheidungsgremiums der Fed (FOMC) ist, ließen Sorgen um eine möglicherweise sehr starke Einschränkung der Unabhängigkeit der Notenbank nach.

Zinsen: wenig verändert

Während sich die Renditen von Bundesanleihen mit 2,85 Prozent p.a. bei 10 Jahren Restlaufzeit seitwärts bewegten, notierten US-Pendants mit 4,24 Prozent p.a. leicht höher. 10-jährige französische Staatsanleihen hingegen rentierten mit 3,43 Prozent p.a. etwas tiefer. Deutlich aufwärts ging es für die Renditen japanischer Staatsanleihen, die bei 30 Jahren Laufzeit einen neuen Höchststand von 3,64 Prozent p.a. erreichten.

Aktien: positive Tendenz

Der deutsche Leitindex DAX stieg zunächst deutlich und überschritt erstmalig die Marke von 25.400 Punkten, notierte am Monatsende jedoch kaum verändert bei 24.538 Punkten. Der US-Index S&P 500 stieg um 1,45 Prozent. Deutlich besser entwickelten sich der japanische NIKKEI 225 sowie der Schwellenländer-Aktienindex MSCI Emerging Markets mit einem Kursplus von knapp 6 bzw. 8,9 Prozent.

Währungen: volatil, aber per Saldo kaum bewegt

Der Dollar rutschte in der zweiten Januarhälfte über die Marke von 1,20 EUR/USD und notierte am Monatsende bei knapp 1,19 EUR/USD. Im Vergleich zum Schweizer Franken gab der Euro im Monatsverlauf nach und notierte zuletzt bei 0,92 EUR/CHF.

Rohstoffe: heftige Schwankungen

Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent stieg im Januar um knapp 15 Prozent auf fast 70 US-Dollar. Ebenfalls deutlich aufwärts ging es für die Gold- und Silbernotierungen mit 14 bzw. 43 Prozent. Allerdings fielen die Kurse nach dem Erreichen neuer Allzeithöchststände bei rund 5.600 bzw. 122 Dollar an den letzten beiden Handelstagen deutlich auf 4.890 bzw. 85 Dollar.

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