• Blick von unten auf ein Flugzeug, das über moderne Wolkenkratzer fliegt, mit blauem Himmel im Hintergrund.

Kapitalmarktanalyse

Monatsrückblick Februar

März 2026 / Carsten Mumm, Chefvolkswirt

Das Kapitalmarktumfeld im Februar: politisch überlagert

Der Obersten Gerichtshof der USA erklärte zentrale Teile der von Präsident Trump im April 2025 verhängten IEEPA-Zölle für unzulässig. Während die Erhebung der für rechtswidrig befundenen Abgaben sofort ausgesetzt wurde, präsentierte die US-Regierung mit einem auf 150 Tage beschränkten globalen Zollsatz von zunächst 10 Prozent eine Übergangslösung, die für ein längerfristiges Bestehen der Zustimmung des Kongresses bedarf. Das Urteil sorgte entsprechend nur für moderate Entspannung, da die ungewisse Lage um US-Importzölle die Planungssicherheit der Unternehmen weiter maßgeblich beeinflusst. Ungeklärt ist bislang noch die Frage, ob die Entscheidung des Gerichtes eine Rückerstattung gezahlter Zölle nach sich ziehen könnte.

Angespannt blieb die Lage zwischen den USA und dem Iran. Nachdem Verhandlungen beider Länder über das iranische Atomprogramm keine Einigung brachten, erfolgte Ende Februar ein gemeinsamer Militärschlag der USA und Israels gegen ausgesuchte Ziele im Iran. Bei den Angriffen wurde auch Irans oberster Führer Chamenei getötet und der Schiffsverkehr auf der Straße von Hormus eingestellt. Die ebenfalls laufenden Verhandlungen über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine blieben erfolglos.

Unterdessen erzielte bei den Unterhauswahlen in Japan die Liberaldemokratische Partei (LDP) unter Premierministerin Sanae Takaichi in einen historischen Erfolg mit der stärksten Mehrheit seit Jahrzehnten. Dieser Machtzuwachs bestärkte die konservative Regierung, welche eine deutlich expansivere Fiskalpolitik einzuschlagen plant.

In Deutschland skizzierte der ifo-Geschäftsklimaindex eine Verbesserung der gegenwärtigen Lage sowie steigende Erwartungen bei den Unternehmen. Lediglich der Handel hatte einen leichten Rücksetzer mit eingetrübter Stimmung insbesondere im Einzelhandel zu verzeichnen. Analog entwickelten sich die von S&P Global berechneten Einkaufsmanagerindizes (PMI). Der Industriesektor überschritt aufgrund steigender Nachfrage erstmalig wieder die Expansionsrate von 50 Punkten.

Die Inflation in Deutschland gab im Februar leicht nach auf 1,9 Prozent nach. Auch in der Eurozone lag die Teuerungsrate mit 2,2 Prozent nur marginal über dem Zielniveau der Europäischen Zentralbank (EZB). Entsprechend beließ die EZB den Leitzins unverändert. In den USA fiel der Anstieg der Verbraucherpreise mit 2,4 Prozent überraschend niedrig aus. 

Zinsen: sinkende Renditen

Sowohl deutsche als auch US-Anleihen mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren notieren zum Monatsende rund 6,5 Prozent tiefer bei 2,65 bzw. 3,97 Prozent p.a. Eine ähnliche Entspannung auf 3,22 Prozent p.a. weisen französische Staatsanleihen auf. Auch am langen Ende gaben die Zinsen nach, so notierten die Bundesanleihen wie auch die US-Staatsanleihen mit 30-jähriger Laufzeit zuletzt etwa 5 Prozent tiefer bei 3,32 und 4,64 Prozent p.a. Nach zuletzt steigenden Renditen verzeichneten auch japanische Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit im Februar einen leichten Rücksetzer von rund 4,4 Prozent auf 3,34 Prozent p.a.

Aktien: Schwächere US-Indizes, belastet durch Tech-Titel

Während der deutsche Leitindex DAX im Februar eine moderate Performance von 3 Prozent auf knapp 25.300 Punkte hinlegt, entwickeln sich US-Aktien schwächer. Der S&P 500 bewegte sich nahezu seitwärts bei rund 6.900 Punkten und der technisch geprägte NASDAQ verlor sogar über 3 Prozent. Deutlich besser entwickelte sich der japanische NIKKEI 225 sowie der Schwellenländer-Aktienindex MSCI Emerging Markets mit einem Kursplus von über 10 bzw. 5,5 Prozent. 

Währungen: kaum Bewegung

Der Dollar zeigte sich im Februar wenig volatil und bewegte sich im Vergleich zum Euro bei etwa 1,18 EUR/USD. Im Vergleich zum Schweizer Franken gab der Euro erneut im Monatsverlauf leicht nach und notierte zuletzt bei 0,91 EUR/CHF.

Rohstoffe: Deutlich steigende Preise 

Im Zuge der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten zogen die Ölpreise bereits zum Monatsende an, sodass der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent zuletzt bei 73 US-Dollar lag. Nach dem Kurseinbruch zum Monatswechsel erholten sich die Goldpreise angesichts der zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten und notieren mit 5.222 US-Dollar wieder deutlich höher. Silber weis bislang eine schwächere Erholung auf und konnte seinen Kursverlust nicht vollständig kompensieren, legte aber mit einem Preis von knapp 90 US-Dollar auch wieder zu.

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Auf dem Bild sieht man Chefvolkswirt Carsten Mumm mit grauem Sakko, weißem Hemd und freundlichem Blick in die Kamera.

Carsten Mumm

Chefvolkswirt

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