https://www.donner-reuschel.de/wp-content/uploads/774x434_Puzzle_Haende.jpg 434 774 pascalnizet https://www.donner-reuschel.de/wp-content/uploads/2019/09/Donner-Reuschel-Logo.png pascalnizet2026-06-08 15:20:402026-06-08 15:29:23Investmentfonds auflegen: Wer macht was?08. Juni 2026 / Ragnar Jensen
Fondsauflage: Aufgaben von KVG, Verwahrstelle und Initiator
Die Auflage eines Investmentfonds wirkt für viele Asset Manager zunächst recht komplex. Doch in der Praxis ist der Prozess klar strukturiert: Erfahrene Partner übernehmen die regulatorischen und operativen Aufgaben, während sich der Asset Manager als Initiator auf Strategie und Investoren konzentriert.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- Wer bei der Fondsauflage welche Aufgaben übernimmt
- Was eine Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) macht
- Welche Rolle die Verwahrstelle spielt
- Wo Sie als Asset Manager bei der Fondsauflage konkret entlastet werden
Rechtlicher Rahmen: Wie ist ein Investmentfonds aufgebaut?
Investmentfonds sind in Deutschland als Sondervermögen ausgestaltet. Sie werden von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) verwaltet und von einer Verwahrstelle überwacht.
Die gesetzliche Grundlage bildet das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB).
Wichtig für Sie als Initiator: Die regulatorischen Anforderungen müssen Sie nicht selbst erfüllen – diese werden von KVG und Verwahrstelle übernommen.
Überblick: Wer ist an der Fondsauflage beteiligt?
Eine Fondsstruktur basiert auf klarer Arbeitsteilung. Die wichtigsten Beteiligten sind:
- Initiator (Sie als Asset Manager)
- Kapitalverwaltungsgesellschaft
- Verwahrstelle
- Portfoliomanagement
- Vertriebspartner
- Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
- Haftungsdach
- Clearstream
- Weitere Dienstleister
Die Fondsauflage ist kein Einzelprojekt, sondern vielmehr ein Zusammenspiel spezialisierter Partner.
Der Initiator: Ideengeber und Strategieverantwortlicher
Als Initiator übernehmen Sie folgende Aufgaben:
- Entwicklung der Investmentstrategie
- Definition von Zielmarkt und Positionierung
- Auswahl von KVG und Verwahrstelle
- Aufbau des Vertriebs
- Bereitstellung von Seed Capital
Was macht eine KVG? Zentrale Rolle bei der Fondsauflage
Die KVG verwaltet eigene Fonds. Sie trifft Anlageentscheidungen, übernimmt das Risikomanagement und die Administration des Fonds. Die damit verbundenen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen stellen allerdings so große Hürden dar, dass sich Fondsinitiatoren für die Umsetzung ihres Fondsprojektes die Hilfe einer Service-KVG suchen.
Eine Service-KVG ist eine KVG, die ihre Dienstleistungen Dritten zur Verfügung stellt. Sie übernimmt die gesamte regulatorische und operative Fondsstruktur, während der Initiator sich auf Strategie, Portfoliomanagement und Vertrieb konzentriert.
Diese Service-KVG ist neben der Verwahrstelle Ihr zentraler Ansprechpartner. Sie ist das operative Rückgrat des Fonds und übernimmt diese Aufgaben:
- Strukturierung des Fonds (Strategie, Risiko, Zielgruppe)
- Erstellung aller rechtlichen Dokumente, beispielsweise Verkaufsprospekt, KID
- Fondsadministration und Reporting
- Risikomanagement und Anlagegrenzkontrolle
- Einreichung und Abstimmung des Fonds bei der BaFin
Gut zu wissen: Die Service-KVG übernimmt die komplette Kommunikation mit der BaFin. Für Sie als Initiator bedeutet dies:
- Sie werden durch den gesamten Auflageprozess geführt
- Sie arbeiten mit einer bestehenden regulatorischen Infrastruktur
- Sie müssen keine aufsichtsrechtlichen Details selbst umsetzen
Die Verwahrstelle: Kontrolle, Sicherheit und Anlegervertrauen
Als „Anwalt“ Ihrer Kunden, also den Käufern der Anteile Ihres Fonds, ist die grundlegende Aufgabe einer Verwahrstelle der Anlegerschutz. Sie ist unter anderem zuständig für die:
- Verwahrung der Vermögenswerte
- Kontrolle der Fondsaktivitäten
- Überwachung der Zahlungsströme
- Prüfung der Anteilswertermittlung
- Sicherstellung regulatorischer Vorgaben
Das bedeutet für Sie: Mehr Sicherheit, reduzierte operative Risiken und eine Stärkung des Investorenvertrauens.
Darüber hinaus bieten einige Verwahrstellen weitere Dienstleistungen an. So wie DONNER & REUSCHEL mit dem Handelsbereich, dem Marketing & Sales Support oder auch dem persönlichen Ansprechpartner, der Sie neben dem operativen Tagesgeschäft auch in allen strategischen Belangen unterstützt.
Portfoliomanagement: Ihre Kernleistung im Fonds
Die Service-KVG lagert das Portfoliomanagement eines Fonds in der Regel an Sie als Fondsinitiator aus. Sie sind damit verantwortlich für die:
- Umsetzung der Anlagestrategie
- Investmententscheidungen
- Steuerung von Risiko und Performance
Möchten Sie hingegen Ihren Fokus besonders auf den Vertrieb und die Beratung legen, können Sie das Portfoliomanagement von der KVG auch an einen Dritten auslagern lassen. Beispielsweise an das Asset Management Ihrer Verwahrstelle im Rahmen eines „Asset Management as a Service“-Ansatzes.
Sie haben somit die Wahl und können sich entweder vollständig auf das Portfoliomanagement konzentrieren oder es gezielt Dritten überlassen.
Vertriebspartner: Wie kommen Investoren in den Fonds?
Grundsätzlich sind Sie als Initiator für den Vertrieb Ihres Fonds verantwortlich. Möchten Sie sich jedoch stärker auf das Portfoliomanagement konzentrieren, können Vertriebspartner folgende Aufgaben übernehmen:
- Ansprache potenzieller Investoren
- Organisation von Roadshows
- Strukturierte Platzierung des Fonds
- Öffnung und Pflege von Netzwerken
- Gezielte Marketingmaßnahmen
Professionelle Vertriebspartner verschaffen Ihnen Marktzugang und Reichweite. Mit dem Marketing und Sales Support erhalten Sie bei einigen Service-KVGs und Verwahrstellen auch hier Unterstützung, beispielsweise bei der Erstellung und Durchführung von Webkonferenzen, Events oder bei der Generierung von Reichweite über Videos, Presseartikel oder Podcasts.
Haftungsdach: Lösung ohne eigene Lizenz
Wann kommt ein Haftungsdach ins Spiel? Wenn Sie keine eigene regulatorische Lizenz haben, benötigen Sie ein Haftungsdach. Es übernimmt die aufsichtsrechtliche Verantwortung und ermöglicht Ihnen Tätigkeiten wie Beratung oder Vermittlung.
Mit einem Haftungsdach können Sie somit einen Fonds initiieren, ohne selbst eine BaFin-Lizenz zu besitzen.
Clearstream: Technische Infrastruktur als Kern
Clearstream sorgt als Zentralverwahrer dafür, dass Ihr Fonds technisch im Markt funktioniert und handelbar ist. Diese Funktion nimmt Clearstream auch für die Depot-, bzw. Wertpapierbestände der Banken wahr. Dabei stellt Clearstream vor allem die Infrastruktur für Abwicklung und Distribution bereit.
Aufgaben von Clearstream:
- Hinterlegung der Globalurkunde
- Abwicklung von Käufen und Verkäufen von Fondsanteilen
- Anbindung an Banken und Vertriebsplattformen
- Weiterleitung von Ausschüttungen
Sie profitieren von einer etablierten Marktinfrastruktur, ohne sich um Abwicklung oder technische Anbindung kümmern zu müssen – diese wird über KVG und Verwahrstelle für Sie organisiert.
Weitere wichtige Partner: Spezialwissen gezielt nutzen
Zur Fondsstruktur gehören oft zusätzliche Experten:
- Rechtsanwälte (Vertragsgestaltung, Struktur)
- Steuerberater (steuerliche Optimierung)
- Wirtschaftsprüfer (Prüfung und Transparenz)
Diese Spezialisten werden in der Regel von der KVG koordiniert – Sie profitieren von einem eingespielten Netzwerk.
Fazit: Fondsauflage leicht gemacht – mit den richtigen Partnern
Die Auflage eines Investmentfonds ist kein Einzelprojekt, sondern ein klar orchestrierter Prozess mit spezialisierten Partnern.
Für Sie als Asset Manager bedeutet das:
- Sie müssen keine regulatorischen Anforderungen selbst erfüllen
- KVG und Verwahrstelle steuern den Prozess
- Sie konzentrieren sich auf Strategie, Portfolio und Investoren
- Der entscheidende Erfolgsfaktor ist die Wahl der richtigen Partner
Mit einer erfahrenen Service-KVG und einer zuverlässigen Verwahrstelle wird die Fondsauflage planbar, effizient und deutlich weniger komplex als es zunächst erscheint.
Kommen Sie bei Fragen gerne auf DONNER & REUSCHEL als Verwahrstelle zu. Nevin Celikel freut sich über Ihre E-Mail oder Ihren Anruf unter: +49 152 28805316
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