Das Kapitalmarktumfeld im Juli: Neues Abkommen in Aussicht und anhaltender Preisdruck
Bereits in der ersten Woche des Monats erfolgten im Nahen Osten abermals gegenseitige Angriffe zwischen dem Iran und den USA, woraufhin US-Präsident Donald Trump das zuvor getroffene Friedensabkommen für beendet erklärte. Während der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zuvor wieder an Fahrt aufnahm, kam er durch die wiederkehrende Eskalation erneut fast zum Erliegen. Zeitgleich griff die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz saudische Ölanlagen an und bedrohte die Meerenge Bab al-Mandab zwischen dem Roten Meer und dem Indischen Ozean. Auch der dortige Schiffsverkehr, der bereits seit Anfang 2023 deutlich geringer ausfiel, brach durch die Drohungen weiter ein. Zum Monatsende deutete US-Präsident Trump erneute Gespräche mit dem Iran an und verkündete ein Abkommen zur Entwaffnung der Hamas.
Die Stimmungslage deutscher Unternehmen verzeichnete gemäß ifo-Geschäftsklima branchenübergreifend eine leichte Verbesserung, zurückzuführen auf weniger pessimistische Erwartungen. Unterdessen zeigten sich aber sowohl die Industrie als auch der Dienstleistungssektor unzufriedener mit der gegenwärtigen Lage. Nach ersten Schätzungen verzeichnete die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal ein Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dafür verantwortlich waren vorrangig gestiegene Exporte, während Investitionen abnahmen und sich der Konsum verhalten entwickelte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte die Wachstumserwartung für Deutschland im Jahr 2026 leicht auf 0,7 Prozent.
Energiepreise zogen im Juni wieder spürbar an. Zusammen mit dem ausgelaufenen Tankrabatt sorgte dies für einen Anstieg der Inflationsrate auf 2,8 Prozent, wenngleich die Kernrate – ohne Energie und Nahrungsmittel – erneut leicht nachgab. Trotz anhaltend hohen Preisdrucks in der Eurozone sah die Europäische Zentralbank (EZB) im Juli von einer Zinserhöhung ab. Auch die US-Notenbank Fed beließ ihre Leitzinsen unverändert, wenngleich drei Mitglieder des Entscheidungskomitees für eine Erhöhung stimmten. Der US-Arbeitsmarkt zeigte sich weiterhin robust und das für die Fed relevante Inflationsmaß der PCE-Preise gab leicht auf 3,7 Prozent nach.
Zinsen: Amerikanische und europäische höher
Die Renditen von Bundesanleihen stiegen über alle Laufzeiten hinweg um knapp 30 Basispunkte. Auch die US-Staatsanleihen zeigten im Monatsverlauf eine Aufwärtstendenz. Die Renditen 30-jähriger Treasuries lagen zuletzt mit knapp 5,3 Prozent p.a. auf dem Höchststand seit über 20 Jahren. Im Segment der Unternehmensanleihen legten die Risikoprämien ebenfalls zu, wobei der Zuwachs bei europäischen stärker ausfiel als bei amerikanischen.
Aktien: amerikanische schwach, europäische dynamischer
Der deutsche Leitindex DAX erreichte zu Monatsbeginn einen neuen Höchststand bei 25.900 Punkten, anschließend fiel er temporär wieder auf unter 25.000 Punkte und konnte insgesamt ein Kursplus von etwa 2,5 Prozent verzeichnen. Auch der europäische EURO STOXX 50 stieg temporär auf ein Rekordhoch, notierte zum Monatsende jedoch nur ein halbes Prozent höher als zu Beginn. US-amerikanische Titel entwickelten sich deutlich schwächer. Während der US-Leitindex S&P 500 sich in Summe seitwärts bewegte, gab der Technologieindex NASDAQ 100 um etwa 3,2 Prozent nach. Einen größeren Verlust von über 8 Prozent verzeichnete der japanische NIKKEI 225.
Währungen: festerer Euro
Der US-Dollar behielt im Vergleich zum Euro seine Stärke weitestgehend bei, zum Monatsende gab er leicht nach und notierte bei 1,15 EUR/USD. Gegenüber dem Schweizer Franken stabilisierte sich der Euro weiter bei 0,93 EUR/CHF. Der japanische Yen verlor im Monatsverlauf im Vergleich zum US-Dollar weiter, notierte aber nach der jüngsten Erholung tiefer bei 157 USD/JPY.
Rohstoffe: steigende Ölpreise, Edelmetalle schwach
Im Zuge der Entwicklungen im Nahen Osten stiegen die Rohölpreise wieder spürbar an und ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete nach temporären 95 zuletzt 90 US-Dollar. Der Goldpreis lag weiterhin unverändert bei um die 4.000 US-Dollar und auch der Preis für Silber notierte weiter unter 60 Dollar.