Die Perspektive für die globale Konjunktur wird derzeit durch eine Gemengelage verschiedener, jeweils für sich genommen schon stark belastender Faktoren deutlich gedämpft. Die im Zuge der Ukrainekrise entstehenden Unsicherheiten und Produktionsunterbrechungen sorgen für anhaltend hohe Rohstoff- und Energiepreise sowie fehlende Vorprodukte in einigen Branchen…

Obwohl die Wachstumsprognosen weitgehend nach unten korrigiert wurden, bleibt das Basisszenario für die Weltwirtschaft vorerst positiv. Die Reihe an Konjunkturprognosen ergänzte zuletzt der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einem erwarteten globalen Wachstum in Höhe von 3,6 Prozent für 2022 sowie 2023. Für Deutschland und die Eurozone gehen die IWF-Experten von einem Wachstum in Höhe von 2,1 bzw. 2,8 Prozent in 2022 aus.

Die Belastungen durch Corona-Restriktionen nehmen weltweit überwiegend ab und ermöglichen eine Erholung der besonders betroffenen Bereiche, wie bspw. Handel oder Freizeiteinrichtungen. Nur in China wurden zuletzt Lockdowns deutlich ausgeweitet, da die Fallzahlen nach wie vor steigen. Dadurch wird der Konsum eingeschränkt, Fabriken und Produktionsanlagen schließen und auch Lieferketten werden erneut belastet.

aufgrund der weiterhin dynamischen Lage im Ukraine-Konflikt, lassen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen noch nicht bemessen. Eine weitere Verschärfung von Sanktionen, vor allem die Einstellung von russischen Erdgaslieferungen nach Europa könnte die derzeit schon hohen wirtschaftlichen Kosten noch einmal deutlich erhöhen.

Verschiedene Frühindikatoren wie die weltweit erhobenen Markit-Einkaufsmanagerindizes oder der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex deuteten im Februar eine zunehmende wirtschaftliche Dynamik an. Hintergrund waren vielfach deutlich abfallende Corona-Neuinfektionszahlen und damit Lockerungen von pandemiebedingten Restriktionen sowie erste Anzeichen einer Entlastung der angespannten globalen Lieferketten.

Die Ukraine-Krise ist für die Börsen nicht neu und dürfte daher grundsätzlich schon lange eingepreist sein, sicherlich aber nicht im Ausmaß der aktuellen Entwicklungen. An den Börsen muss die veränderte Lage daher zunächst einmal eingeordnet werden, entsprechend groß ist derzeit die Verunsicherung.

Die seit Jahresanfang vermehrt beobachtbaren Anzeichen für eine beginnende Entspannung der globalen Lieferketten stehen derzeit auf der Probe. So gab der LKW-Maut-Fahrleistungsindex –  ein Indikator für die Intensität des Güterverkehrs auf Bundesautobahnen – im Januar leicht nach.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde berichtete in Ihrer heutigen Pressekonferenz, dass die Anleihekäufe im Rahmen des PEPP-Programms im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal noch einmal reduziert werden und das Programm Ende März ausläuft.

Die Angst vor den Auswirkungen des geldpolitischen Kurswechsels vieler Notenbanken weltweit war im Januar das maßgebliche Thema an den Kapitalmärkten. Vor allem in den USA wird immer deutlicher, dass die Notenbank Fed hinter der Inflation herläuft.

Zwar steigen die Corona-Neufallzahlen weltweit wieder deutlich an, doch haben sie vergleichsweise geringere Auswirkungen auf die betroffenen Volkswirtschaften. Einerseits werden Restriktionen immer gezielter und nicht mehr flächendeckend implementiert.