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Kapitalmarktanalyse

Monatsrückblick April

April 2025 / Carsten Mumm, Chefvolkswirt

Das Kapitalmarktumfeld im April: „Liberation Day“ und Folgen

US-Präsident Donald Trump rief Anfang April zum sogenannten „Liberation Day“ den nationalen Notstand aus und kündigte massive Zollanhebungen gegenüber vielen Handelspartnern an. In den folgenden Tagen wurden zwar einige Zölle wieder aufgehoben, zeitlich geschoben oder Verhandlungen mit einzelnen Staaten aufgenommen, insbesondere gegenüber China aber wurde weiter eskaliert. Die chinesische Regierung reagierte mit Gegenzöllen und Exportbeschränkungen, bspw. für Seltene Erden. Erst gegen Ende des Monats wurden einlenkende Signale von beiden Seiten gesendet. Politische Unsicherheiten und Nachrichten über mögliche Umschuldungsangebote für US-Staatsanleihen sorgten zeitweise sogar für Befürchtungen, die USA könnten ihre Schulden nicht zurückzahlen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte aufgrund der Handelskonflikte die globale Wachstumsprognose für 2025 auf nur noch 2,8 Prozent. Für Deutschland wird eine Stagnation, für die USA ein im Vergleich zum Vorjahr mit 1,8 Prozent deutlich geringes Wachstum erwartet. Entsprechend verharrten Stimmungsindizes für Unternehmen und Konsumenten weltweit zumeist auf niedrigen Niveaus bzw. gaben bspw. in den USA stärker nach. Der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland konnte im April zwar leicht zulegen, allerdings vornehmlich aufgrund einer etwas verbesserten aktuellen Geschäftslage. Die künftigen Geschäftserwartungen stabilisierten sich nur im Baugewerbe, während sie in den Segmenten Industrie, Handel und Dienstleistungen pessimistischer ausfielen. Das GfK-Konsumklima stieg immerhin leicht an, unter anderem aufgrund der Aussicht auf die baldige Bildung einer handlungsfähigen Regierung in Deutschland. Der zwischen Union und SPD ausgehandelte Koalitionsvertrag lässt auf konjunkturstützende Maßnahmen und attraktivere Rahmenbedingungen für Unternehmen hoffen.

Die Inflation in Deutschland fiel im April nach vorläufigen Berechnungen auf 2,1 Prozent und stagnierte in der Eurozone bei 2,2 Prozent. Während deutlich gesunkene Energiepreise und der festere Euro – in US-Dollar gehandelte Importwaren werden dadurch günstiger – den Preissteigerungsdruck dämpften, stiegen die Preise für Dienstleistungen und Nahrungsmittel überdurchschnittlich stark an. Trotzdem zeigte sich die Europäische Zentralbank (EZB) zuversichtlich, dass das Zielniveau von 2 Prozent Inflation zeitnah erreicht werden könnte und senkte ihre Leitzinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte. In den USA gab die März-Teuerungsrate auf 2,4 Prozent nach. Dem Präsidenten der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, drohte Trump indes zwischenzeitlich mit Entlassung, falls die Leitzinsen nicht bald sinken sollten.

Zinsen: in Europa tiefer

Die Renditen von Bundesanleihen gaben über die gesamte Laufzeitenkurve hinweg nach, bei zehn Jahren Restlaufzeit auf 2,44 Prozent p.a. Auch Anleihen anderer Staaten der Eurozone hatten tiefere Zinsen zu verzeichnen. Nach einem steilen Anstieg am Monatsanfang zog die Verzinsung zehnjähriger US-Staatsanleihen im Vergleich zum März leicht auf 2,17 Prozent p.a. an. In anderen Segmenten, bspw. bei Unternehmensanleihen, stiegen auch die Risikoprämien Anfang April deutlich an und notierten am Monatsende noch immer höher.

Aktien: heftige Turbulenzen

An den Aktienbörsen kam es zu teils heftigen Kursverlusten. Der deutsche Leitindex DAX rutschte unter die Marke von 20.000 Punkten, legte dann aber wieder bis auf knapp 22.500 Punkte zu. Leicht im Plus notierten im Vergleich zum Vormonat der MDAX der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen sowie der japanische NIKKEI 225. Auch US-Aktien des S&P 500 und insbesondere einige große US-Technologieaktien hatten zwischenzeitlich deutliche Verluste zu verzeichnen, die bis Ende April nur teilweise wieder aufgeholt wurden.

Währungen: Euro deutlich fester

Anders als in früheren Krisenphasen an den internationalen Kapitalmärkten fungierte der US-Dollar in diesem Fall nicht als „sicherer Hafen“ der Kapitalanlage. So gab er im Vergleich zum Euro deutlich von 1,08 auf zeitweise 1,15 EUR/USD ab. Auch gegenüber anderen Währungen wertete der Dollar überwiegend ab. Im Vergleich zum Schweizer Franken fiel der Euro hingegen auf 0,94 EUR/CHF.

Rohstoffe: Gold auf Rekordhoch, Rohöl schwächer

Gold war zuletzt als „Krisenwährung“ sehr gefragt. Der Kurs stieg Mitte April über die Marke von 3.500 Dollar und notierte am Monatsende bei 3.288 Dollar. Rohölnotierungen hingegen gaben im Zuge zunehmender Konjunktursorgen und nach der Ankündigung von Produktionsausweitungen durch das Ölkartell OPEC deutlich nach. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete mit 62,67 Dollar so wenig wie seit Anfang 2021 nicht mehr.

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