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Vermögen für die nächste Generation sichern

14. April 2025 / Jörg Felix Witte Certified Foundation and Estate Planner CFEP®

Tipps für Diversifizierung, Liquiditätsplanung, Nachfolgeplanung und strategische Vermögensstrukturierung

Wer ein ansprechendes Vermögen erwirtschaftet hat oder es verwaltet, möchte dies meistens über kurz oder lang an seine Kinder und Enkelkinder übergeben. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten, damit sich Ihre Kinder und Enkelkinder auch wirklich über das Erbe oder das Geldgeschenk freuen. Auch die sinnvolle Struktur Ihrer Vermögensanlagen steht hier im Mittelpunkt, denn unsere Erfahrung zeigt, dass das Geld oft im eigenen Unternehmen, in unternehmerischen Beteiligungen oder ganz klassisch in Immobilien investiert ist. Also wenig liquide Werte, bei denen eher die Rendite im Vordergrund steht.

Problem Erbfall

Doch gerade der Erbfall ist für die Familie bzw. die Kinder und Enkelkinder oft auch mit größeren Liquiditätsrisiken verbunden. Wenn ein entsprechendes Vermögen vererbt oder vermacht wird, müssen die Erben bzw. die Vermächtnisnehmer auch in der Lage sein, den aus diesem Vermögensübergang entstehenden Liquiditätsrisiken gut entgegentreten zu können.

Erbfall & Liquidität: Welche finanziellen Risiken entstehen können

Egal ob bei der gesetzlichen Erbfolge, bei einem individuellen Testament oder der Regelung über einen Erbvertrag: Ihre Kinder und Enkelkinder werden bei größeren Vermögen wahrscheinlich Erbschaftsteuer zahlen müssen. Dies muss in der Regel aus dem erhaltenen Vermögen beglichen werden. Besteht das Erbe „nur“ aus einer großen Immobilie, die möglichst erhalten bleiben soll, kann das sehr schwierig werden, wenn nicht auch ausreichend Liquidität vorhanden ist. Dann muss die Immobilie doch unter Druck verkauft oder ein Darlehen aufgenommen werden, um die Erbschaftsteuer zahlen zu können.

Mögliche Pflichtteilsansprüche sind sofort und in bar zu leisten. Gerade bei einem handschriftlichen oder einem notariellen Testament, bei dem man von der gesetzlichen Erbfolge abweicht, können diese entstehen. Wird der Pflichtteil eingefordert, muss entsprechende Liquidität vorhanden sein, damit die Erben diese Forderung auch zeitnah erfüllen können.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Versorgung der Familie, des Ehepartners, der vielleicht noch minderjährigen Kinder. Die Versorgung aus der gesetzlichen Hinterbliebenenabsicherung ist oft nicht hoch und wird nicht immer auf Dauer gezahlt. Gerade in der ersten Zeit nach einem Todesfall müssen die Hinterbliebenen aber weiter mit einer gesicherten Versorgung planen können, müssen plötzlich auftretende Zahlungen begleichen, und das alles in einer emotional schwierigen Zeit. Lesen Sie dazu auch unseren Finanzplaner-Blog: minderjährige Kinder und Enkelkinder als Erben – DONNER & REUSCHEL

Eine rechtzeitige Vermögensplanung ist wichtig

Damit Ihr Vermögen für Ihre Kinder und Enkelkinder erhalten bleibt und es keine Liquiditätsengpässe gibt, ist eine strategische Asset Allokation extrem wichtig. Denken Sie nicht nur kurzfristig, sondern planen Sie langfristig. Treffen Sie Entscheidungen rechtzeitig strategisch und nicht nur taktisch bzw. mit einem alleinigen Blick auf die Einkommensteuersituation. Und dies für das gesamte Vermögen und eben immer auch hinsichtlich des Vermögensübergangs im Erbfall.

Die Diversifizierung des Vermögens ist auch für die Vermögensnachfolge wichtig. Eine breit aufgestellte Struktur der einzelner Assetklassen sollte rechtzeitig geplant und verfolgt werden. Ein besonderes Augenmerk muss dabei insbesondere auf die Liquiditätsplanung gelegt werden. Leicht liquidierbare Vermögenswerte sollten in einer dem individuellen Gesamtvermögen angepassten Größenordnung vorhanden sein.

Vermögen sichern: Worauf sollten Sie unbedingt achten?

Kommen wir noch einmal zurück auf die möglichen Risiken und wie man ihnen im Einzelnen gut und strukturiert begegnen kann.

Erbschaftsteuer & Pflichtteil: So vermeiden Sie Liquiditätsengpässe

In Zusammenarbeit mit dem Steuerberater und oder auch mit einer Finanz- und Nachfolgeplanung kann man sich rechtzeitig einen Überblick über die mögliche Höhe der Erbschaftsteuerzahlungen für Ihre Kinder und Enkelkinder machen. Diese möglichen Beträge sollten so anlegt sein, dass die Gelder zumindest mittelfristig gut verfügbar sind.

Eine rechtzeitige Optimierung möglicher Erbschaftsteuerzahlungen ist unbedingt anzuraten. Die sinnvolle Nutzung der Freibeträge, mögliche Schenkungen zu Lebzeiten und die Ausnutzung der Zehn-Jahresfrist, nach der einmal verbrauchte Freibeträge wieder aufleben, sind hier zu beachten. Diese Überlegungen müssen immer auch mit einer entsprechenden Gestaltung der letztwilligen Verfügung einhergehen. Dies gilt auch für Gesellschaftsverträge, wenn unternehmerisches Vermögen vorhanden ist. Weichen die Regelungen in einem Testament von denen in einem Gesellschaftsvertrag ab, hat der Gesellschaftsvertrag Vorrang. Ich empfehle Ihnen dazu auch unseren Blogbeitrag: Schenkungen an Kinder oder Enkelkinder– Mehr als Freude schenken – DONNER & REUSCHEL

Liquiditätsrisiken durch Pflichtteilsansprüche

Macht man sich über seinen letzten Willen Gedanken und plant diesen abweichend von der gesetzlichen Erbfolge, ist es immer wichtig die ungefähre Höhe möglicher Pflichtteilsansprüche zu kennen. Aber auch die Frage „Welche Personen sind in meinem individuellen Fall überhaupt pflichtteilsberechtigt?“ ist dabei zu klären. Pflichtteilsberechtigt sind in der Regel der Ehepartner und die Abkömmlinge, sowie die Eltern des Erblassers, wenn keine Abkömmlinge vorhanden sind.

Das sogenannte Pflichtteilsrisiko sollte man kennen um Zahlungen, mit denen die Erben möglicherweise belastet werden, zeitnah leisten zu können. Hierfür sind entsprechende Überlegungen bei der eigenen Vermögensanlage wichtig, um die Erben nicht in eine Situation zu bringen, in der aufgrund mangelnder Liquidität diese Ansprüche nur schwer zu erfüllen sind.

Hinterbliebenenabsicherung: Finanzielle Sicherheit für Ehepartner & Kinder

Die bisher genannten Punkte der Erbschaftsteuer und des möglichen Pflichtteilsanspruchs kürzen das Erbe bzw. das Vermächtnis und stehen somit für die Versorgung der Hinterbliebenen nicht zur

Verfügung. Konto- und Depotvolumen fließt ab, eventuell muss eine Immobilie verkauft werden oder es entsteht sogar ein Finanzierungsbedarf. Nicht nur das Vermögen reduziert sich, sondern damit einhergehend auch die Erträge.

Dies kann die Absicherung der Hinterbliebenen und ihrer Kinder und Enkelkinder gefährden. Auch hier ist eine rechtzeitige Planung wichtig. Diese kann durch entsprechende Berechnungen von Szenarien aufzeigen, ob es zu einer möglichen Versorgungslücke kommt. Dem daraus entstehenden Handlungsbedarf kann zum Beispiel auch mit Hilfe einer Versicherungslösung, die den Partner bzw. die Kinder im Risikofall zusätzlich absichert, begegnet werden.

Erbfall-Strategie: Liquiditätsrisiken erkennen und vermeiden

Um die Risiken zu vermeiden, die im Nachfolgefall aus nicht vorhandener Liquidität entstehen können, gibt es ein paar Schritte, die wichtig sind. Beachtet man diese auch schon bei der anstehenden Vermögenanlage bzw. dem Optimierungsvorhaben, geht der Weg sicher in die richtige Richtung.

Transparenz durch Finanzplanung

Mit Hilfe einer Finanz- und Vermögensnachfolgeplanung verschafft man sich einen sehr guten Überblick, auch über mögliche Auswirkungen der bisher getroffenen Entscheidungen. Auch der Steuerberater sollte im Hinblick auf die Nachfolgeplanung rechtzeitig eingebunden werden. Szenario-Rechnungen zeigen weiteren Handlungsbedarf auf.

Optimierung der Nachfolgeregelung

Nachfolgeregelungen wurden bereits getroffen und Gesellschaftsverträge bestehen. Diese müssen gerade auch für den Risikofall gut aufeinander abgestimmt sein. Durch Schenkungen zu Lebzeiten, das Ausnutzen gesetzlicher Freibeträge und die mögliche Vereinbarung eines Pflichtteilsverzichts, kann der Erbfall optimiert werden.

Anpassung der Vermögensstruktur

Gerade auch bei der Vermögensanlage sind Anpassungen wichtig, damit liquides Vermögen möglichst angemessen der individuellen Situation vorhanden ist. Sind hier Schwierigkeiten vorhersehbar, sollten entsprechende Vermögensumschichtungen erfolgen. Eine strategische Vermögensanlage hinsichtlich der Asset Allokation ist wichtig.

Absicherung der Familie

Wenn erforderlich, sollten die Hinterbliebenen zusätzlich abgesichert werden. Die sinnvolle Gestaltung einer Risiko-Lebensversicherung hinsichtlich Versicherungsnehmer und versicherter Person ist hier beispielsweise als eine gute Möglichkeit zu nennen.

Fazit: Vermögensstruktur rechtzeitig planen

Denken Sie schon heute an Ihre Kinder und Enkelkinder – gerade auch bei der Absicherung Ihres Vermögens. Wie in vielen Situation des Lebens ist auch bei der Vermögensstrukturierung, bei Überlegungen, was mit dem eigenen Vermögen heute und später einmal passieren soll, rechtzeitiges Handeln der Schlüssel zum Erfolg. Wenn man die möglichen Risiken kennt und noch genug Zeit vorhanden ist, um auf diese gut abgestimmt zu reagieren, ist man in einer mehr als vorteilhaften Situation. Dies betrifft sowohl Sie selbst als auch die Menschen, die Ihnen wichtig sind und die Sie später gut versorgt wissen möchten.

Gern sind wir Ihnen dabei behilflich, die für Sie optimale Lösung zu finden.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht! 

Jörg Felix Witte

Certified Foundation and Estate Planner CFEP®
Joerg.witte@donner-reuschel.de
Tel. +49 40 30217-5535

Katrin Pätzke

Financial Planner
katrin.paetzke@donner-reuschel.de
Tel. +49 40 30217-5534

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Certified Financial Planner CFP®
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Jörg Felix Witte

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