• Eine Familie spaziert am Strand entlang, während die Sonne untergeht. Ein Kind sitzt auf den Schultern eines Erwachsenen.
  • Straßenschilder von Wall Street und Broad Street mit unscharfer US-Flagge im Hintergrund.

Mumm Kompakt Spezial

US-Wahlausgang

06.11.2024 / Carsten Mumm

Der überraschend klare Wahlausgang bei den US-Präsidentschafts- und Kongresswahlen bringt aus Sicht der Kapitalmärkte zunächst zwei positive Aspekte mit sich:

Keine Unklarheit über das Wahlergebnis

Zum einen beruhigt ein schnelles Wahlergebnis: Länger andauernde Neuauszählungen, juristische Auseinandersetzungen mit einer möglichen finalen Entscheidung durch den Obersten Gerichtshof oder gar Ausschreitungen hätten für erhebliche Verunsicherung an den Börsen gesorgt.

Politische Ausrichtung relativ absehbar

Zum anderen sind angesichts der Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses die politischen Schwerpunkte und Ausrichtungen der neuen US-Regierung relativ absehbar. Eine kleine Einschränkung ist in diesem Kontext nur die Unberechenbarkeit des künftigen US-Präsidenten Donald Trump, beI dem man weniger als bei anderen davon ausgehen kann, dass Ankündigungen aus dem Wahlkampf tatsächlich auch umgesetzt werden.

Gute Aussichten für „Trump-Trades“

Trotzdem werden die großen wirtschaftspolitischen Leitlinien weitere Steuersenkungen für Unternehmen, eine Verlängerung der Einkommenssteuersenkungen des Jahres 2017 sowie ein Ausbau der Förderung fossiler Energierohstoffe und ggf. weitere Deregulierungen in einigen Branchen (wie der Finanzindustrie) sein. So haben sich in den vergangenen Wochen bereits deutliche Kursgewinne in den betroffenen Branchen (sog. „Trump-Trades“) eingestellt und dürften vorerst weiter ausgebaut werden. Auch die US-Wirtschaft insgesamt dürfte kurzfristig von diesen Maßnahmen profitieren. So hat auch der US-Dollar deutlich aufgewertet.

Auswirkung auf die Handelsbeziehungen bleibt offen

Offen ist hingegen, in welchem Ausmaß Trump die massiven Zollanhebungen und die Ausweitung anderer Handelsbeschränkungen vornehmen wird. Diese hätten deutlich negative Auswirkungen auf wichtige Handelspartner wie China oder Deutschland. Mittelfristig würden sie aber auch die Preise für US-Verbraucher schneller steigen lassen und könnten so die Möglichkeiten der Fed für weitere Leitzinssenkungen beschränken. Auch massenhafte Abschiebungen von Migranten und eine Begrenzung der Einwanderung würden der US-Wirtschaft erheblich schaden. Hinzu kommt eine erhöhte Unsicherheit über die Positionierung der US-Regierung bei geopolitischen Konfliktlagen, vor allem bzgl. der Ukraine und im Nahen Osten.

Entwicklungen genau beobachten

Aus europäischer Sicht erhält die hinlänglich bekannte Erkenntnis neuen Auftrieb, dass man sich deutlich stärker emanzipieren und für eigene Positionen – auch finanziell – einstehen muss. Anleger sollten nach der anfänglichen Euphorie genau beobachten, ob bzw. wann die Risiken der künftigen US-Administration negativ auf die Kapitalmärkte durchschlagen.

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Eine Person in einem Anzug mit Brille und Krawatte steht draußen und schaut zur Seite. Carsten Mumm.

Carsten Mumm

Chefvolkswirt

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