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MÄRKTE MIT MUMM

Carsten Mumm, Leiter Kapitalmarktanalyse bei DONNER & REUSCHEL, fasst regelmäßig die Markt- und Meinungslage für Sie zusammen.

25.09.2017

Bundestagswahl: Vorerst keine Impulse für die Börsen

Angela Merkel bleibt voraussichtlich Bundeskanzlerin, die Zusammensetzung der Bundesregierung wird aber wechseln. Unter der Annahme, dass die SPD wie angekündigt in die Opposition geht, ist Schwarz/Gelb/Grün am wahrscheinlichsten.

Grundsätzlich gibt es einige Konsensthemen zwischen den drei potenziellen Koalitionären:

  • Steuersenkungen für untere / mittlere Einkommen.
  • Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Digitalisierung.
  • Stärkere europäische Integration bei Außen-, Verteidigungs- bzw. Sicherheitspolitik.

Alle Aspekte wirken über einen anziehenden Konsum, steigende Investitionen und Kostensenkungen grundsätzlich positiv auf die Konjunktur und damit auch auf die Aktienmärkte. Der Teufel steckt allerdings im Detail. So pocht bspw. die FDP auf ein vergleichsweise striktes Einfordern von Reformen in den Euroland-Peripheriestaaten und eine geordnete Ausstiegsmöglichkeit aus der EU.

Darüber hinaus gibt es aber auch wichtige Aspekte, bei denen sich die Parteien deutlich unterscheiden, z.B.:

  • Steuerpolitik für höhere Einkommen: FDP und CDU/CSU wollen entlasten, Grüne den Spitzensteuersatz erhöhen.
  • Soli: CDU/CSU und FDP wollen abschaffen, Grüne erhalten.
  • Reichensteuer: CDU/CSU und FDP lehnen ab, Grüne wollen einführen.
  • Bürgerversicherung: CDU/CSU und FDP lehnen ab, Grüne wollen einführen.
  • Weitere: Umgang mit fossilen Energieträgern und Verbrennungsmotor, Abgeltungssteuer, ...

Die Koalitionsverhandlungen dürften entsprechend komplex werden und voraussichtlich lange dauern. Die CDU/CSU geht zwar mit den meisten Stimmen, aber geschwächt in die Verhandlungen. Grüne und vor allem die FDP hingegen starten mit "breiten Schultern". Alle Beteiligten sind darauf angewiesen, zwecks Profilschärfung möglichst viele Ihrer Standpunkte durchzusetzen und dürften zunächst wenig kompromissbereit sein. Lange Verhandlungen aber bedeuten Unsicherheit über die Zusammensetzung und Standpunkte der neuen Regierung, wodurch die Börsen tendenziell belastet werden.

Welche Impulse die neue Regierung schlussendlich für die Kapitalmärkte bringt, kann daher derzeit nur gemutmaßt werden. Entscheidend ist die exakte Ausgestaltung des Koalitionsvertrages und damit das Verhandlungsgeschick bzw. die Kompromissbereitschaft der beteiligten Partner. Wenn die Regierungsbildung zügig erfolgt, und es gelingt, sich auf die gemeinsamen Themen zu fokussieren, dürften die Aktienmärkte profitieren.

Nur wenn eine schwarz-gelb-grüne Regierungsbildung zu scheitern drohte, wären deutlich negativere Auswirkungen auf die Börsen anzunehmen. Sowohl eine Minderheitsregierung jeglicher Couleur oder im schlimmsten Fall eine Neuwahl würden die gewohnte politische Stabilität des wirtschaftlich wichtigsten Eurostaates in Frage stellen. Die seit den Wahlen in den Niederlanden und Frankreich eingeschlagene proeuropäische Dynamik bekäme einen deutlichen Dämpfer. Die daraus entstehende politische Unsicherheit könnte sich dann sogar negativ auf die im Frühjahr anstehende Parlamentswahl in Italien auswirken und würde somit Aktien und Euro deutlich belasten.

Stand: 25.09.2017

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