Die Eurozone, die USA und weltweit weitere Volkswirtschaften werden derzeit von wieder stark steigenden Corona-Infektionsraten getroffen. Weitgehend verschont von neuen größeren Infektionsherden blieb bisher hingegen China. Entsprechend konnte für die chinesische Wirtschaft im 3. Quartal eine Wachstumsrate in Höhe von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit fast die Vorkrisen-Wachstumsdynamik erzielt werden.

Die wirtschaftliche Erholung nach dem Corona-Schock setzte sich global weiter fort. In China belief sich das Wachstum der Industrieproduktion im Juli mit einem Plus in Höhe von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wieder nahe dem Vorkrisenniveau. Noch verhaltener hingegen ist die Zunahme des privaten Konsums mit im Juli weiterhin fallenden Einzelhandelsumsätzen (-1 Prozent im Vorjahresvergleich). Zuletzt wurden jedoch zusätzliche Lockerungen bestehender Einschränkungen vermeldet, die den sozialen Konsum, bspw. Kinobesuche, beleben werden.

Die wirtschaftliche Erholung in China, Europa und den USA setzte sich im Juli fort. China vermeldete sogar bereits für das 2. Quartal ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 11,5%, wenngleich die Einzelhandelsumsätze auch im Juni noch unter dem Niveau des Vorjahres lagen. In den USA und in Deutschland konnten sich die Auftragseingänge und die Industrieproduktion im Mai zwar deutlich erholen, liegen allerdings ebenfalls noch weit unter den Ständen der Vorjahre.

Der bestimmende Einflussfaktor war auch im Juni die Coronakrise. Die realwirtschaftlichen Daten für Europa und die USA aus April und Mai fielen alle erwartungsgemäß desaströs aus, werden jedoch der Tiefpunkt sein. Angesichts der in vielen Staaten sukzessive umgesetzten Lockerungsmaßnahmen deuten Frühindikatoren, wie global die Einkaufsmanagerindizes und für Deutschland der ifo-Geschäftsklimaindex sowie der GfK-Konsumklimaindex jeweils auf eine zunehmende Dynamik in den ersten Sommer-Monaten hin.

Europa und die USA befinden sich mittlerweile in Phase III der Coronakrise, die durch langsame Lockerungen der Shutdowns und die einsetzende wirtschaftliche Wiederbelebung gekennzeichnet ist.

Auch im vergangenen Monat beherrschten die Corona-Pandemie und der historisch beispiellose globale Wirtschaftseinbruch die Schlagzeilen. Einzig in Ostasien gab es bisher erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Wiederbelebung.

Nachdem kürzlich sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Bank of Japan angekündigt hatten, künftig ohne Volumenlimit Staatsanleihen aufzukaufen, erwarteten einige Marktteilnehmer am 30. April anlässlich des Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank EZB eine ähnlich lautende Äußerung – vergeblich. Deutliche Aktienkursverluste waren die Folge.

Den bisherigen Verlauf der globalen Coronakrise kann man in drei Phasen unterteilen: in Phase I wurden weitgehende Regelungen zur Eindämmung der Pandemie implementiert, vor allem Shutdowns, also das Runterfahren des öffentlichen Lebens und weiter Teile der Produktion. An den internationalen Aktienmärkten kam es zu Panikreaktionen mit teilweise historischen Kursverlusten.

Aus medizinischer Sicht bewegen sich die Auswirkungen des Coronavirus nach wie vor im Rahmen einer nicht unüblichen Grippewelle…

Die deutsche Konjunktur hat im dritten Quartal mit voraussichtlichen 0,1 Prozent anders als erwartet ein hauchdünnes positives Wachstum erzielt. Damit konnte die sogenannte „technische Rezession“ – also zwei Quartale hintereinander mit negativen Raten – vermieden werden. Gleichzeitig wurde die Wachstumsrate für das zweite Quartal auf -0,2 Prozent nach unten korrigiert.